EU-weite Vernetzung in der Krebsmedizin gestartet

3D-gerenderte Krebszelle
3D-gerenderte Krebszelle: „Innovationen in der medizinischen Forschung beschleunigen“ (Bildquelle: ugreen3s/123rf.com)

Im Rahmen einer EU-Initiative soll zügig eine digitale Infrastruktur entstehen, die Ressourcen und Datenbanken für Bilddaten aus der Krebsmedizin in der gesamten EU miteinander verbindet.

Die von der EU-Kommission eingeleitete Initiative über bildgebende Verfahren in der Krebsmedizin soll Gesundheitsdienstleister, Forschungsinstitute und Unternehmen bei der Nutzung neuartiger, datengesteuerter Lösungen für die Krebsbehandlung und ‑versorgung unterstützen. Die geplante, digitale Infrastruktur soll dabei den Schutz personenbezogener Daten gewährleisten und alle DSGVO-Regeln einhalten. Beabsichtigt wird außerdem, Initiativen auf EU-Ebene und auf nationaler Ebene, Krankenhausnetze und Forschungsarchive mit Bilddaten und anderen relevanten Gesundheitsdaten zu verknüpfen.

Einfachere Entwicklung datengestützter Lösungen

Ziel ist es, einen vertrauenswürdigen Rahmen für Forscher, kommerzielle Entwickler, Ärzte und Patienten schaffen. Forschende sollen einen effizienten Zugang zu Daten zur Analyse haben und das Verständnis der Krankheit verbessern. Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, datengestützte Lösungen für die Krebsversorgung zu entwickeln und zu testen. Die Initiative will die Entwicklung datengestützter Lösungen erleichtern und es Ärzten so ermöglichen, bei klinischen Entscheidungen, Diagnosen, Behandlungen und prädiktiver Medizin schneller und präziser zu handeln. Das soll dem Bekunden der EU-Initiative unter dem Strich den Krebspatientinnen und -patienten zugutekommen. Die Initiative will nicht zuletzt EU-Bürger unterstützen, die freiwillig ihre Einwilligung oder Erlaubnis zur Bereitstellung der durch sie generierten Daten erteilen.

Die grenzüberschreitende, interoperable und sichere Infrastruktur soll aber auch Innovationen in der medizinischen Forschung beschleunigen. So könnten beispielsweise Technologien, die künstliche Intelligenz (KI) nutzen, mithilfe eines großen standardisierten Datensatzes besser trainiert werden. Dies werde die Entwicklung innovativer Instrumente beschleunigen, die eine schnellere Krebsdiagnose und eine bessere personalisierte Versorgung ermöglichen können, heißt es in der Erklärung der EU.

Ambitionierte Zeitplanung

Nach dem jetzigen Start der europäischen Initiative über bildgebende Verfahren in der Krebsmedizin mit zwei Projekten – dem Projekt EUCAIM und der KI-Erprobungs- und Versuchseinrichtung für Gesundheit – soll die Gestaltung der gesamteuropäischen digitalen Infrastruktur bereits bis Dezember 2023 abgeschlossen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen auch die Kooperationsmechanismen eingerichtet sein. Die Datenanbieter werden sich dann mit dieser neuen europäischen föderierten Plattform verbinden können. Die erste Version der Plattform werde bis Ende 2024 freigeschaltet und die endgültige Fassung voraussichtlich bis Ende 2025. Die digitale Infrastruktur werde 2026 voll funktionsfähig sein und ihren Betrieb aufnehmen.

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