DiGA gegen Migräne 

Patientin mit Migräne-Attacke
Patientin mit Migräne-Attacke: „Jeder Tag mit Migräne ist ein verlorener Tag für die vielen Millionen betroffenen Menschen“ (Foto: puhhha/123rf.com)

Die neu zugelassene Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) sinCephalea für Menschen mit Migräne ermittelt eine personalisierte Ernährung. Die regelmäßige Energieversorgung des Gehirns soll Migräneattacken vorbeugen.

Durch moderne Analysen der Blutzuckerreaktionen bestimmt die neue DiGA eine individuell optimierte Ernährung, die Schwankungen in der Energiezufuhr des Gehirns entgegenwirkt. Damit stützt sich sinCephalea auf etablierte ernährungsmedizinische Erkenntnisse über den Zusammenhang von Ernährung, Stoffwechsel und Migräne.

Der entscheidende Vorteil aus Sicht des Anbieters: Menschen mit Migräne müssen keine unerwünschten Arzneimittelwirkungen in Kauf nehmen und erhalten eine völlig neue Perspektive für Linderung. Durch die Kombination aus personalisierter Ernährung, anwenderfreundlichen Informationen und Handlungsempfehlungen bietet sinCephalea darüber hinaus einen individuellen und sanften Therapieansatz, der Betroffene unterstützt, selbstbestimmt mit ihrer Erkrankung umzugehen. 

Entwickelt wurde die Gesundheitsanwendung von Perfood in Kooperation mit MedizinerInnen der Universität Lübeck. Am 10. Oktober 2022 erfolgte die Zulassung als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) auf Erprobung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Damit werden alle Kosten für sinCephalea als App auf Rezept von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Für PatientInnen entstehen keine Zusatzkosten. Als DiGA erfüllt sinCephalea darüber hinaus die gesetzlichen Vorgaben der Digitalen-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV) zum Datenschutz und den Anforderungen an die Datensicherheit. 

Therapieansatz der App

Mithilfe der sinCephalea-App für Android und iOS ermitteln PatientInnen über rund zwei Wochen ihre individuellen Blutzuckerreaktionen auf alle Nahrungsmittel, die wie gewohnt verzehrt werden. Dazu tragen die PatientInnen in der Testphase einen Blutzuckersensor, der kontinuierlich den Gewebezucker analysiert. Zusätzlich führen sie über die App ein Ernährungs- und Symptomtagebuch und können Aktivität, Schlaf und Medikation eintragen. Der abschließende Ernährungsreport zeigt übersichtlich, wie der eigene Körper auf unterschiedliche Lebensmittel reagiert. So können Lebensmittel, die zu hohen Blutzuckerschwankungen und damit zu einem Energiedefizit im Gehirn führen, gezielt vermieden werden. 

Über die Testphase hinaus begleitet sinCephalea die PatientInnen mit Wissenslektionen, Tipps und Erinnerungen, die mit führenden NeurologInnen und StoffwechselmedizinerInnen entwickelt wurden. Mit der ernährungsbasierten Migräneprophylaxe soll die Anwendung dazu beitragen, die Einnahme von Medikamenten zu reduzieren oder sie sogar ganz absetzen zu können. 

„Jeder Tag mit Migräne ist ein verlorener Tag für die vielen Millionen betroffenen Menschen in Deutschland. Viele von ihnen werden von schlimmen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen oder sogar Lähmungen gequält und können sich teilweise nur noch in dunklen Räumen aufhalten. Deshalb freuen wir uns, dass wir ihnen mit sinCephalea eine smarte Therapie anbieten und eine Perspektive geben können“, erklärt Perfood-Geschäftsführer Dominik Burziwoda. 

Verschreibungsprozess

MigränepatientInnen erhalten das Rezept für sinCephalea von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt und schicken es per App, Internet oder Briefpost an ihre gesetzliche Krankenkasse, die daraufhin einen Freischaltcode bereitstellt. Im Anschluss laden sich die Betroffenen die sinCephalea-App aus dem App Store herunter, geben den Code auf der Website www.sincephalea.de ein und können die Anwendung wenig später nutzen. Noch schneller geht’s für PatientInnen, die bereits über den Nachweis einer Migränediagnose und den Ausschluss der Kontraindikationen wie zum Beispiel einem mit Insulin behandelten Diabetes mellitus verfügen. Sie können diese bei ihrer Krankenkasse (z. B. durch einen Arztbrief oder eine Patientenquittung) direkt im Online-Mitgliederbereich oder in der Krankenkassen-App hochladen. Die Krankenkasse übermittelt im Anschluss einen Freischaltcode zur Eingabe in die App. 

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