Stress verstärkt Appetit auf ungesunde Snacks

Nahaufnahme eines Schokoriegels
Schokoriegel: Beliebte Sofortmaßnahme, um schlechte Laune zu kompensieren (Foto: © Roman Samokhin/fotolia.com)

Wer viel Stress im Beruf hat, nascht zwischendurch häufiger Süßigkeiten. Smartphones und Bewegungstracker sollen künftig dabei helfen, sich trotz Arbeit und Frust gesünder zu ernähren.

Arbeitsstress verstärkt den Appetit auf ungesunde Snacks. Das ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie von Psychologen der Universität Mannheim. Nun untersuchen die Forscher, wie Smartphones und Fitnesstracker helfen können, sich im Arbeitsalltag trotzdem gesünder zu ernähren. Für die Studie werden noch Teilnehmer gesucht.

Schaffen es Berufstätige auch im stressigen Arbeitsalltag, auf ein Eis oder einen Schokoriegel am Nachmittag zu verzichten und stattdessen zum Apfel zu greifen? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Team von Mannheimer Arbeits- und Organisationspsychologen um Professor Dr. Sabine Sonnentag in einer Studie, die kürzlich im Journal of Applied Psychology erschien.

Verzicht fällt bei Stress besonders schwer

Für die Studie wurden 247 berufstätige Personen aus verschiedenen Organisationen zu ihren Arbeitsbedingungen und ihrem Snack-Verhalten befragt. Das Ergebnis: Die Berufstätigen greifen vor allem dann zu ungesunden Snacks, wenn sie ihre schlechte Laune kompensieren möchten. Die wiederum wird oft ausgelöst durch hohe Arbeitsanforderungen und Stress im Beruf „Müssen sie sich bei der Arbeit stark zusammenreißen, um ihre Aufgaben zu bewältigen, fällt es vielen Menschen schwerer, auch noch auf ungesunde Snacks zu verzichten“, erklärt Professorin Sonnentag diesen Fund. Und so greifen Menschen an solchen Tagen am Arbeitsplatz verstärkt zu Süßigkeiten.

Vorbilder sind wichtig

Zu Obst und anderen gesunden Snacks griffen die Teilnehmer hingegen eher an Tagen, an denen sie besonders auf ihre Gesundheit achten wollten. „Interessanterweise nimmt der Wunsch nach gesunder Ernährung nicht ab, nur weil man hohen Anforderungen ausgesetzt ist“, erläutert die Professorin. So scheint es Berufstätigen leichter zu fallen, auch an stressigen Tagen zu gesunden Snacks zu greifen, wenn eine gesunde Ernährungsweise im Unternehmen vorgelebt und vom Arbeitgeber gefördert wird.

Können smarte Technologien helfen?

Aktuell führt das Team um Professor Dr. Sabine Sonnentag eine weitere Studie zu Snacking und körperlicher Aktivität im Arbeitsalltag durch. „Dabei wollen wir überprüfen, wo genau die Hürden für ein gesünderes Verhalten im Arbeitsalltag liegen und wie sich smarte Technologien nutzen lassen, um dennoch gesundheitsbewusster zu leben“, so Sonnentag.