Demografischer Wandel fordert die Mediziner

3D-Darstellung des menschlichen Magen-Darm-Traktes
3D-Darstellung des menschlichen Magen-Darm-Traktes (Foto/Grafik: © ag visuell/fotolia.com)

„Patienten ändern sich – wir uns auch“ – unter diesem Motto steht in diesem Jahr der Kongress Viszeralmedizin 2017 in Dresden. Die Veranstaltung beleuchtet die Fachgebiete Gastroenterologie, Viszeralchirurgie und Endoskopie und adressiert Mediziner wie auch betroffene Patienten.

Die Auswirkungen des demografischen Wandels stellen Mediziner in Deutschland vor neue Herausforderungen. Bei gleichzeitigem medizinischen Fortschritt und wachsendem Kostendruck durch das Gesundheitssystem steigt in der alternden Bevölkerung das Risiko für altersbedingte Erkrankungen sowie schwerwiegende Mehrfacherkrankungen. Anspruchsvolle, fachübergreifende und kostenintensive Therapiekonzepte in der medizinischen Versorgung älterer, multimorbider Patienten sind deshalb erforderlich.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), ihre Sektion Endoskopie und die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) richten den Kongress gemeinsam aus. Vom 13. bis 16. September 2017 werden in Dresden (Messegelände) Gastroenterologen, Endoskopiker und Viszeralchirurgen über aktuelle Erkenntnisse und Fortschritte bei der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Bauchraums und Verdauungstrakts diskutieren.

„Unsere Patienten ändern sich, da sie älter und kränker werden und ihre Betreuung zunehmend anspruchsvoller wird. Die demografische Entwicklung macht immer stärker die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen den Fächern erforderlich“, umfasst DGVS-Kongresspräsident Professor Dr. med. Markus M. Lerch die Intention des diesjährigen Kongress-Mottos.

Mehr interdisziplinärer Sitzungen

Die Kongressteilnehmer können sich in diesem Jahr auf eine noch größere Anzahl interdisziplinärer Sitzungen freuen. Im Vordergrund stehen viszeralmedizinische Bereiche, bei denen die Entwicklungsschritte in den letzten Jahren besonders schnell und die Überschneidungen der Fachgebiete Gastroenterologie, Viszeralchirurgie und Endoskopie besonders stark sind. Die gemeinsamen Probleme der Infektionsmedizin, die organübergreifenden Entzündungsmechanismen und die Behandlung von Tumorerkrankungen gehören zu den Schwerpunkten des Kongresses.

Fachübergreifende Veranstaltungen wie „Multiresistente Erreger und Antimicrobial Stewardship“, „Neue Konzepte und Therapieansätze bei Adipositas und Morbus Crohn“ sowie „Multimodale Therapie bei Oligometastasierung gastrointestinaler Karzinome“ tragen diesem Fokus Rechnung. Die Mediziner werden auch diskutieren, wie angesichts der Ökonomisierung und des Kostendrucks in der Medizin eine angemessene Versorgung weiterhin aufrechterhalten werden kann.

Angebot auch für Patienten

Der Kongress Viszeralmedizin 2017 bietet am 16. September 2017 auch Patienten ein attraktives Programm. Das Arzt-Patienten-Seminar der Deutschen Leberhilfe informiert dabei über verschiedene Lebererkrankungen und stellt aktuelle Behandlungsmethoden vor. Grundlegendes und Neues aus Diagnostik und Therapie erfahren Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen beim Seminar der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV). Beim Arzt-Patienten-Seminar zum Reizdarmsyndrom von MAGDA, geht es um die Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung des Reizdarmsyndroms sowie um Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Über aktuelle Erkenntnisse zu Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse informiert die Deutsche Pankreashilfe e.V.

Alle Arzt-Patienten-Seminare sind kostenfrei.