Stärkerer Fokus auf Telemedizin gefordert

Blick auf Weihnachtsmarkt, Deutscher Dom und Konzerthaus in Berlin
Das vorweihnachtliche Berlin ist auch in diesem Jahr Veranstaltungsort des Nationalen Fachkongresses Telemedizin (Foto: © sborisov/fotolia.com)

Der „Nationale Fachkongress Telemedizin“ möchte den Dialog zwischen Akteuren und Institutionen des Gesundheitswesens fördern. Auf der diesjährigen Veranstaltung stehen dabei zwei Fragen im Mittelpunkt: Inwieweit bietet der Innovationsfonds eine echte Chance für die Modernisierung des Gesundheitswesens? Und: Wie kann eine angemessene Evaluationsmethodik zur Nutzenbewertung telemedizinischer Verfahren aussehen?

Bereits zum achten Mal veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) am 11. und 12. Dezember 2017 den „Nationalen Fachkongress Telemedizin“ im Ellington Hotel in Berlin. Erstmals kooperiert sie dabei mit der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH aus Bochum. Der Fachkongress adressiert Vertreter aus Gesundheitspolitik, Wissenschaft und Forschung, um gemeinsam Themen rund um telemedizinische Anwendungen im Gesundheitssystem zu diskutieren. Im Rahmen eines Diskussionsblocks zum E-Health-Gesetz aus Sicht der Telemedizin ist in diesem Jahr mit dem Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits-IT – bvitg e. V. Sebastian Zilch auch die Gesundheits-IT-Industrie aktiv mit dabei.

Politik hinkt hinterher

Sowohl die DGTelemed als auch der bvitg sehen untereinander zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit. So sei es ein erklärtes Ziel beider Organisationen, telemedizinischen Anwendungen den Weg in die Regelversorgung zu erleichtern. Dies sei auf der politischen Ebene jedoch bislang nur in Ansätzen erfolgt.

„Im E-Health-Gesetz wurden mit der Förderung des Telekonsils sowie der Online-Videosprechstunde in sehr begrenztem Maße zwei telemedizinische Anwendungsfälle aufgenommen. Telemedizin ist eine essentielle Begleiterin der Digitalisierung und kann – insbesondere in der Patientenbehandlung – einen wichtigen Beitrag für die Versorgung leisten. Damit Telemedizin zum festen Bestandteil in der Versorgungskette wird, bedarf es der Schaffung von technischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie zuverlässige Finanzierungs- und Geschäftsmodelle“, erklärt Sebastian Zilch.

Wichtige Gesundheits-IT-Hersteller

Günter van Aalst, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DGTelemed und Leiter der TK-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen, stimmt dem zu und ergänzt: „Es ist an der Zeit, telemedizinischen Projekten den Weg in die Regelversorgung zu ebnen, damit Patientinnen und Patienten letztlich von einem umfassenden, digitalen Gesundheitssystem profitieren können. Die Vernetzung aller Beteiligten spielt dabei eine entscheidende Rolle für das Gelingen einer zukunftsfähigen medizinischen und pflegerischen Versorgung. In diesem Rahmen kommt den Herstellern von Gesundheits-IT eine große Bedeutung zu. Daher freuen wir uns auf weitere Gespräche mit dem bvitg.“

Kongressprogramm, Informationen zu Tagungsgebühren sowie eine Möglichkeit zur Anmeldung