Für die sichere Vernetzung von Gesundheitsdaten arbeiten die Charité – Universitätsmedizin Berlin und Schwarz Digits künftig zusammen. Sie haben dazu die Gründung eines Joint Ventures angekündigt.
In der Schwarz Charité Health Data GmbH wollen beide Partner ihre Expertise bündeln, um Gesundheitsdaten sicher zu vernetzen und für Versorgung, Prävention und Forschung nutzbar zu machen.
Ziel der Zusammenarbeit ist es, eine IT-Plattform aufzubauen, die medizinische Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammenführt und harmonisiert. Damit wollen die Partner den bislang häufig fragmentierter Informationsfluss im Gesundheitswesen verbessern. Nach Angaben der Partner soll die Plattform mit dem Namen HIVEPRO Klinikbetreibern ermöglichen, Informationen unabhängig vom jeweiligen Quellsystem zu sichern, zu strukturieren und auszuwerten.
Die im Gesundheitswesen verbreiteten heterogenen IT-Strukturen und inkompatiblen Datenformate erschweren den Austausch und die Nutzung medizinischer Informationen bislang. Die neue Gesellschaft soll hier eine technische Grundlage schaffen, um Gesundheitsdaten standortübergreifend besser verfügbar zu machen.
Gesundheitsdaten bleiben in Deutschland
Technologische Basis der Plattform ist die Cloud-Infrastruktur Stackit von Schwarz Digits. Die Daten sollen dabei in Deutschland verbleiben und nach europäischen Datenschutzstandards verarbeitet werden. Nach Darstellung der Unternehmen soll so ein Rahmen geschaffen werden, der Anforderungen an Datensicherheit und Datenschutz berücksichtigt.
Inhaltlich knüpft das Vorhaben an bestehende Erfahrungen aus Forschungs- und Digitalisierungsprojekten an. Dabei verweisen die Partner unter anderem auf das seit 2016 bestehende HiGHmed-Konsortium. Es hat im Rahmen der Medizininformatik-Initiative an der strukturierten Zusammenführung medizinischer Daten gearbeitet.
An dem Joint Venture wird Schwarz Digits mit 75 Prozent beteiligt sein, die Charité hält 25 Prozent. Nach Angaben der Beteiligten soll die Gesellschaft die Plattform weiterentwickeln und an gesetzliche sowie wissenschaftliche Anforderungen anpassen.

