Siemens Healthineers setzt auf digitales Ökosystem

Siemens-Produktionsstätte in Erlangen
Siemens Healthineers MRT-Fertigung in Erlangen (Foto: www.siemens.com/presse)

Siemens Healthineers will eine offene, digitale Plattform für Gesundheitsversorger sowie Lösungsanbieter aufbauen, die das gesamte Spektrum der Gesundheitsversorgung abdecken soll.

Auf einer Health-IT-Konferenz in Orlando/Florida hat der deutsche Hersteller die für weitere Partnerunternehmen offene Plattform „Siemens Healthineers Digital Ecosystem“ angekündigt. Auf der Messe hat Siemens Healthineers einen ersten Prototyp der digitalen Plattform vorgestellt, mit einem Zugang zu den Applikationen und Services der Partnerunternehmen. Im Herbst 2017 soll die Plattform kommerziell verfügbar sein.

Im neuen Ökosystem sollen sich unter anderem Daten aus Bildgebung, In-vitro-Diagnostik und medizinischer Dokumentation kombinieren und auswerten lassen. Die Daten werden in einer der größten installierten Basen der Gesundheitsindustrie erzeugt: bei den Kunden von Siemens Healthineers, die bereit sind, am Ökosystem teilzunehmen. Zusätzlich soll die neue Siemens Plattform den Nutzern ermöglichen, auch außerhalb der Grenzen der eigenen Institution mit anderen Experten Daten und Know-how auszutauschen. Siemens Healthineers will mit dem digitalen Ökosystem die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung voranbringen.

Internationaler Erfahrungsaustausch

Siemens Healthineers wird seinen Kunden über das Digital Ecosystem Daten in einer aggregierten Form so zur Verfügung stellen, dass sie für verschiedene Auswertungen nutzbar sind. Beispielsweise könnten sich mit Tools für prädikative Analyse neue Zusammenhänge und Trends erkennen lassen, die helfen Diagnosen und Therapien zu verbessern. Da der internationale Erfahrungsaustausch in der Medizin ebenfalls ein wichtiges Mittel ist, um die Patientenversorgung zu verbessern, soll es die Plattform ermöglichen, sich mit Fachkollegen weltweit zu vernetzen und auszutauschen.

Ein digitales Ökosystem wird nur dann lebendig, wenn sich ihm möglichst viele Anbieter anschließen. Das Ökosystem bietet deshalb offene Schnittstellen, über die Anwendungsentwickler und Lösungsanbieter neue Services schaffen, integrieren und vermarkten können. Die Unternehmen Arterys, Dell EMC, SecondOpinions.com, Stroll Health, Synthetic MR, 3D Slicer, TMC, Usarad und Viewics haben bereits zugestimmt, Applikationen und Technologien bereitzustellen. Die Partnerunternehmen sollen künftig auf einen der größten Pools von In-vivo- und In- vitro-Daten zugreifen und Zugang zu globalen Gesundheitsanbietern in zahlreichen Märkten weltweit erhalten. Für weitere Partner ist die Plattform offen.

Partner sind unabdingbar

„Wir sind der Meinung, dass die Digitalisierung und die damit verbundene Vernetzung der Gesundheitsversorger wichtige Voraussetzungen dafür sind, um zu einer ergebnisorientierten Gesundheitsversorgung zu gelangen. Aus Big Data muss Smart Data werden. Mit dem Siemens Healthineers Digital Ecosystem geben wir Gesundheitsversorgern viel tiefere Einblicke in die wesentlichen Bausteine ihrer klinischen und operativen Wertschöpfungskette als sie es bisher hatten”, erläutert Dr. Arthur Kaindl, Leiter Digital Health Services bei Siemens Healthineers. „Eine solche Transformation kann allerdings nur gelingen, wenn Kräfte gebündelt werden. Unsere Partner sind absolut essenziell für den Erfolg der Plattform, und letztendlich auch für den Erfolg der Transformation der Gesundheitsversorgung.“

Info:
Siemens Healthineers ist das separat geführte Healthcare-Geschäft der Siemens AG. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte Siemens Healthineers ein Umsatzvolumen von 13,5 Milliarden Euro und ein Ergebnis von mehr als 2,3 Milliarden Euro und ist mit rund 46.000 Beschäftigten weltweit vertreten.