NRW fördert Ausbildung Geflüchteter im Gesundheitsbereich

NRW-Ministerin Barbara Steffens
NRW-Ministerin Barbara Steffens: „Bedarf an qualifiziertem Personal nimmt weiter zu.“ (Foto: © Land NRW / Ralph Sondermann)

Um dem wachsenden Fachkräftebedarf im Gesundheitsbereich zu begegnen, fördert das Land Nordrhein-Westfalen auch die Ausbildung geflüchteter Menschen in Gesundheitsberufen. „Berufe im Pflege- und Gesundheitsbereich bieten geflüchteten Menschen die Chance, eine sinnvolle, qualifizierte und zukunftsfähige Tätigkeit auszuüben. Aber das funktioniert nicht nach dem Motto ‚Pflegen kann Jede oder Jeder‘, sondern wir wollen interessierten Frauen und Männern eine fundierte Ausbildung und eine sichere berufliche Perspektive anbieten“, sagte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens. „Allein durch die berufliche Integration Geflüchteter werden wir den Fachkräftebedarf im Gesundheitsbereich zwar nicht decken können. Aber wir wollen diese Chance als einen Beitrag zur Gewinnung von qualifiziertem Personal nutzen und die geflüchteten Menschen bei der Integration unterstützen“, ergänzt Steffens.

Integration und Ausbildung

Im Dezember 2016 ist das Modellprojekt „Care for Integration“ gestartet, das geflüchtete Menschen bei der Ausbildung zur Altenpflegehelferin oder Altenpflegehelfer, beim Erlernen der deutschen Sprache und bei der Integration unterstützt. An acht Standorten in NRW (Düsseldorf, Münster, Dortmund, Duisburg, Lippstadt/Soest, Heinsberg, Köln, Bielefeld) bietet das Projekt eine 18 monatige, berufsbegleitende Ausbildung. Bevor die Berufsausbildung beginnt, werden Teilnehmende bis zu zwölf Monate durch Sprachkurse, die Vermittlung kultureller Werte sowie Informationen über das Berufsleben in Deutschland vorbereitet. Bei Bedarf kann der Hauptschulabschluss erworben werden. Damit auch jungen Müttern oder Vätern die Teilnahme möglich ist, wird eine Kinderbetreuung sichergestellt.

Seit November 2016 fördert das MGEPA mit dem Projekt „welcome@healthcare“ die landesweite Koordinierung von Maßnahmen für Geflüchtete in Pflege- und Gesundheitsfachberufen und unterstützt ihre berufliche Integration. Unter anderem sollen Anforderungen, Zugangswege und Einsatzmöglichkeiten von geflüchteten Menschen in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen geprüft und bewertet werden. Es sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Geflüchtete für diese Berufe gewonnen werden können und der Weg in die Tätigkeit möglichst gut gelingt. Etwa welche Informationen und Unterstützung Geflüchtete benötigen, wie Sprach- und Fachkurse miteinander kombiniert angeboten werden können oder wie eine Ausbildung begleitet werden kann.

Wachsender Fachkräfte-Bedarf

Ein aktueller Bericht der Landes NRW zum Themenbereich Gesundheitsberufe zeigt, dass Nordrhein-Westfalen bei der Sicherung von Fachkräften im Pflege- und Gesundheitsbereich zwar deutliche Erfolge erzielt. So ist die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege seit 2012 um über 80 Prozent von 10.000 auf rund 18.300 (2016) gestiegen. Doch unter anderem auf Grund der steigenden Zahl Pflegebedürftiger nimmt auch der Bedarf an qualifiziertem Personal weiter zu. Deshalb unterstützt das Land weitere Maßnahmen, um mehr Fachkräften in den Gesundheitsberufen zu gewinnen. „Die Steigerung der Ausbildungszahlen in der Altenpflege um 80 Prozent zeigt, dass wir mit guten Konzepten viel bewegen können. Zukünftig brauchen wir mehr Fachkräfte in den Pflege- und Gesundheitsberufen. Auch um die Versorgung der zunehmenden Zahl von Pflegebedürftigen stärker an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten zu können – und damit die Versorgungsqualität zu verbessern. Und um die Arbeitsverdichtung in den Gesundheitsberufen zu verringern und die Attraktivität dieser Berufe zu steigern“, erklärte Gesundheits- und Pflegeministerin Barbara Steffens zum Auftakt der Fachveranstaltung „Zukunftsperspektive Pflege- und Gesundheitsberufe“ in Düsseldorf.