Gelungenes Telemedizin-Projekt in Rheinland-Pfalz

Zufriedene Projektbeteiligte
Zufriedene Projektbeteiligte: (v.l.) Dr. Andreas Kiefer, Professor Dr. Irene Krämer, Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Professor Dr. Babette Simon, Jörn Simon, Kurt-Werner Dörn. (Foto: © Thomas Böhn/Unimedizin)

Das rheinland-pfälzische Telemedizin-Projekt „Vernetzte Arzneimitteltherapiesicherheit“ wird nach zweijähriger Laufzeit als voller Erfolg gewertet. „Ich kann Ihnen heute sagen, dass Praxistauglichkeit, Akzeptanz und Nutzen des bundeseinheitlichen Medikationsplans von Patienten, Ärzten und Apothekern bestätigt wurden“, betonte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse des Projektes.

Im März 2015 initiierte das Gesundheitsministerium gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mainz, der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz sowie der Techniker Krankenkasse mit dem Pilotprojekt erstmalig flächendeckend die Erprobung telematischer Instrumente, die das Bundesgesundheitsministerium mit dem E-Health-Gesetz ab 2018 etablieren möchte. Im Modellprojekt erhielten die Patienten einen Medikationsplan bei Entlassung aus der Klinik durch eine der fünf teilnehmenden Krankenhausapotheken in Bad Kreuznach, Kaiserslautern, Koblenz, Mainz, Trier. Anschließend wurden sie von über 500 Hausärztinnen und -ärzten sowie Stammapotheken betreut. Bei jeder Änderung der Medikation erhielten sie einen aktualisierten Medikationsplan sowie eine Beratung.

Internetbasiertes Portal

Zur Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans wurde ein internetbasiertes Portal benutzt, das die Kommunikation der Leistungserbringer untereinander erleichtert. Insgesamt wurden knapp 2.200 Medikationspläne mit rund 23.500 dokumentierten Arzneimitteln im ambulanten und stationären Sektor erstellt. Mit dem elektronischen Medikationsplan und der tagesgenauen Übersicht des Medikationsprofils wird letztlich die Patientensicherheit gestärkt. „Die Ergebnisse des Projektes zeigen die hohe Akzeptanz eines elektronischen Medikationsplans bei Patientinnen und Patienten, der die Kommunikation zwischen beteiligten Ärztinnen und Ärzten und Apothekerinnen sowie Apothekern verbessert“, so Bätzing-Lichtenthäler.

Auch die Mainzer Universitätsmedizin beurteilt das Projekt positiv: „Die umfassende Information der weiterbehandelnden Ärzte und Apotheker sowie die gute Betreuung und Aufklärung der Patienten hat für uns einen hohen Stellenwert. Der Medikationsplan ist ein sehr gutes Beispiel dafür, denn er trägt entscheidend zur Arzneimitteltherapiesicherheit und damit zur Patientensicherheit bei. Patienten fühlen sich besser über ihre Arzneimitteltherapie informiert und Ärzten und Apothekern hilft der Medikationsplan, die Verordnung von Medikamenten zu optimieren“, erklärte Professor Dr. Babette Simon, Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz.

Hürden bleiben

Trotz der guten Ergebnisse des Pilotprojektes bleibt die bundesweit flächendeckende Umsetzung des elektronischen Medikationsplans zu Beginn des nächsten Jahres technisch und datenschutzrechtlich eine große Herausforderung: „Es wird zweifelsfrei noch vielfältige Aufgaben bei der Umsetzung des elektronischen Medikationsplanes in der Regelversorgung geben. Aber ich bin überzeugt, dass unsere guten Projekterfahrungen aus Rheinland-Pfalz entscheidend zu einer Lösung in der Arzneimittelversorgung bundesweit beitragen können“, resümierte die Ministerin.