Jugendliche gestresst durch digitale Medien

Gestresster, junger Mann mit Smartphone
Studie „Zukunft Gesundheit 2019“: Immer häufiger löst die Nutzung digitaler Medien bei jungen Menschen Stress aus (Foto: Antonio Guillem/123rf.com)

Chats, Videos, Social Media, ständige Erreichbarkeit für Freunde und Familie: Immer mehr junge Bundesbürger fühlen sich durch digitale Medien gestresst. Dennoch nutzen nur relativ wenige eine digitale Auszeit.

Für die Studie „Zukunft Gesundheit 2019“ der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung „Die Gesundarbeiter wurden rund 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 34 Jahren befragt. Von ihnen sagten 41 Prozent, dass sie sich durch digitale Medien gestresst fühlen – vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 36 Prozent.

Um den Stress durch digitale Medien zu verringern, empfehlen sich digitale Auszeiten – das Erfolgsgeheimnis der „entspannten“ jungen Bundesbürger. Vor allem junge Frauen fühlen sich von sozialen Medien unter Druck gesetzt: 78 Prozent erkennen in Chats, Videos und Social Media Stressauslöser, bei den Männern sind es 58 Prozent. „Je jünger die Befragten, desto intensiver nehmen sie Aktivitäten in den sozialen Medien als soziale Verpflichtung wahr. In der Altersgruppe von 14 bis 17 fühlen sich fast neun von zehn gestresst angesichts der Flut von Chats und Statusupdates“, erläutert Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der Schwenninger Krankenkasse. Mit dem Alter nehme der Social-Media-Stresslevel ab, dafür steige der Druck über die allgemeine Informationsflut an, also Mails, Nachrichten und weitere Informationen. 

Schlafmangel wegen digitalem Dauerfeuer 

„Vor allem die erholsame Nachtruhe leidet unter dem digitalen Dauerfeuer“, so Hantke. Auf die Frage, wie sich der Stress bei ihnen auswirke, antworteten die meisten der Befragten mit „Müdigkeit durch Schlafmangel“ (56 Prozent) und „Probleme beim Einschlafen“ (53 Prozent). Knapp jeder Zweite gab auch „Gereiztheit“ und „Erschöpfung“ an.

Die Ärztin warnt vor den Folgen des Schlafmangels: „Insbesondere junge Menschen leiden schnell unter Konzentrationsproblemen und Unaufmerksamkeit.“ Das Bundesgesundheitsministerium hat sich der Empfehlung der Amerikanischen Schlafgesellschaft AASM angeschlossen und empfiehlt eine Schlafdauer von acht bis zehn Stunden für 13- bis 18-Jährige.

Wichtige Auszeit

Knapp acht von zehn Befragten begegnen dem Stress durch digitale Medien mit „analogen“ Hobbys wie Sport, Musik, Kunst oder sozialen Aktivitäten. Als besonders erfolgreiche Strategie erweist sich die „digitale Auszeit“. Denn von den gestressten Teilnehmern klinkt sich nur jeder Zweite bewusst eine Zeitlang aus dem digitalen Leben aus. Von den nicht gestressten Teilnehmern sind es 76 Prozent, die sagen: „Ich nehme mir digitale Auszeiten, wann und so oft ich will.“ 

Die Studie „Zukunft Gesundheit 2019 – Jungen Bundesbürgern auf den Puls gefühlt“ steht auf der Webseite der Schwenninger Krankenkasse kostenfrei als PDF zum Download zur Verfügung.