Asthma-Patienten profitieren von Telemedizin

Telemedizin kann dabei helfen, die Lebensqualität von zu verbessern. (Foto: airdone - Fotolia.com)

Telemedizin kann dabei helfen, die Lebensqualität und den Gesundheitsstatus von Asthma-Patienten zu verbessern. Das zeigt das Modellprojekt „Rheinland-Pfalz atmet durch – Telemedizin für eine gesunde Lunge“. 

Die Ergebnisse des Projektes mit rund 120 Betroffenen aus dem Raum Koblenz liegen jetzt vor. Die Behandlung der Teilnehmer wurde während der Projektlaufzeit durch eine Gesundheits-App und ein Telemonitoring durch die behandelnde Facharztpraxis ergänzt. Das Koblenzer Studienzentrum KPPK unter der Leitung von Dr. Olaf Schmidt hat das Projekt gemeinsam mit dem Softwareunternehmen Qurasoft GmbH und der Techniker Krankenkasse durchgeführt. Die Landesregierung förderte es mit über 280.000 Euro.

In dem Projekt verwendeten die Asthma-Patienten die Gesundheits-App „SaniQ Asthma“ für Lungenerkrankte und führten darin ein digitales Gesundheitstagebuch. Dazu erfassten sie mithilfe von Bluetooth-fähigen Messgeräten Messwerte zur Beschreibung der Lungenfunktion. Zudem konnten die Teilnehmer in der App auch ihre Symptome und Medikationseinnahmen dokumentieren. Auf Wunsch erinnerte der digitale Helfer  die Patienten daran, die Messungen durchzuführen oder ihre Medikamente einzunehmen.

Daten für die Facharztpraxis 

Das digitale Gesundheitstagebuch wurde direkt an die Praxis des behandelnden Facharztes übertragen. Dort wurden die Daten mithilfe einer Software gesichtet und analysiert. Bei Auffälligkeiten kontaktierte die Arztpraxis den Patienten und ergriff geeignete Maßnahmen. Dr. Olaf Schmidt, leitender Pneumologe des Projekts, erklärte: „Durch die neuen technischen Möglichkeiten erhalte ich ein realistisches Bild von der Gesundheit meiner Patienten. Ich kann dadurch genau dann reagieren, wenn mein Patient mich braucht. Ich hoffe, dass es das Konzept vom Modellprojekt in die Regelversorgung schafft und ich auch weiterhin meine Patienten auf diese Weise unterstützen kann.“

Hohe Akzeptanz

Die Studienergebnisse zeigen den Erfolg des Projekts, wie Tobias Hastenteufel, Geschäftsführer des technischen Ausstatters Qurasoft GmbH, erläutert: „Die Betroffenen nehmen die digitalen Angebote an, sind überaus zufrieden und profitieren von Verbesserungen im Krankheitsverlauf.“ Zudem wurden wesentlich mehr Messungen durchgeführt, als ursprünglich vorgesehen. Ziel war es, dass mindestens 50 Prozent der Messungen digital erfasst werden. Tatsächlich wurden durchschnittlich über 80 Prozent der geplanten Messungen in der App dokumentiert. 

Krankheit besser im Griff

Während der Projektdauer haben die Asthma-Patienten die typischen Symptome ebenso verbessert wie ihre krankheitsbezogene Lebensqualität. Besonders profitierten die Betroffenen, die ihr Asthma nicht optimal im Griff hatten: Sie konnten den Grad ihrer Asthma-Kontrolle signifikant steigern. Bereits die digitale Unterstützung durch die App SaniQ Asthma (ohne die Anbindung an die behandelnde Praxis) hat die Betroffenen zielführend unterstützt. Rund 90 Prozent gaben an, die App habe bei der Krankheitskontrolle (sehr) geholfen.

Eine positive Bilanz zieht auch Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz: „Das Projekt zeigt, wie Telemedizin einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Versorgung leisten kann. In ländlichen Regionen kommen die Vorteile dabei besonders zum Tragen. Unabhängig vom Wohnort wird dadurch eine optimale und bedarfsgerechte Therapie ermöglicht.“ Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler ergänzt: „Wir sind stolz darauf, dass wir in Rheinland-Pfalz so innovative Konzepte wie ‚Rheinland-Pfalz atmet durch‘ erproben und damit die Telemedizin ein Stück voranbringen können.“

Informationen zu den Projektergebnissen stehen zum Download auf der Projekt-Webseite zur Verfügung.