App unterstützt Patienten mit Herzfehler

Smartphone mit aktivierter "HeartApp"
Entwickelt für Menschen mit angeborenem Herzfehler: Die „HeartApp“ ermöglicht den Betroffenen, medizinische Informationen immer bei sich zu haben. (Foto: Universität Basel, New Media Center)

Eine in der Schweiz entwickelte App ermöglicht Menschen mit angeborenem Herzfehler, alle krankheitsrelevanten Daten auf dem Smartphone zu speichern und jederzeit abzurufen.

Viele Herzfehler lassen sich heute gut korrigieren und die Patienten können ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen. Kommt es dennoch einmal zu Komplikationen, fragen sich viele Patienten, welche Diagnose sie eigentlich haben und wie sie operiert wurden. Doch wie merkt man sich als medizinischer Laie diese Informationen und kann sie im Ernstfall einem Mediziner schnell nennen? Mündliche Informationen werden vergessen, gedruckte Broschüren gehen verloren. Diese Unsicherheit stellt für manche Patienten eine große psychische Belastung dar.

Mit Hilfe einer App soll dieses Problem künftig der Vergangenheit angehören, schließlich nutzen die meist jungen Patienten oder ihre Angehörigen fast durchweg ein Smartphone. Damit haben sie das perfekte Medium immer dabei, um multimediale Inhalte zu speichern und verwalten. Zum Beispiel auch ein persönliches, elektronisches Patientendossier.

Kooperation für „HeartApp“

Das Herzzentrum am Berner Inselspital hat hierfür zusammen mit dem New Media Center (NMC) der Universität Basel  die „HeartApp“ entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Web-App, die plattformunabhängig auf allen Geräten funktioniert. Der Schutz der Gesundheitsdaten war eine zentrale Anforderung an die App. Die Programmierer legten deshalb ein besonderes Augenmerk auf sensible Prozesse wie die Vergabe des Passworts für das Login oder die Zugriffsberechtigungen. Das Passwort wird vom Nutzer selbst erfasst. Er allein hat Zugriff auf die Daten und kann entscheiden, ob er diese auch für Angehörige oder medizinisches Personal freigeben möchte.

Sicherheit für die Patienten

Der Kardiologe Markus Schwerzmann vom Berner Inselspital erklärt die Vorteile dieses Vorgehens: „Die Patienten können selbstständig ihre Daten erfassen und dann ihrem Herzzentrum zum Verifizieren geben. So sind sie sicher, dass auch alle erfassten Informationen stimmen.“ Die Hoheit über die für sie lebensentscheidenden Daten bleibt sprichwörtlich in der Patientenhand: „Das Empowerment unserer Patienten ist für uns ein großes Ziel. Viele Informationen waren bislang verstreut und teilweise nicht richtig greifbar. Mit der HeartApp ist das anders“, betont Schwerzmann. Zentraler Nutzen der Anwendung: „Sie schafft Klarheit und vermittelt Sicherheit und Souveränität.“ Bislang befindet sich die App noch in der Startphase. Nach der Evaluierung soll die Anwendung Herzzentren in der ganzen Schweiz zur Verfügung gestellt werden.