Wearables revolutionieren klassische Medizin

Medizinisches Wearable zur Gang-Analyse an Sportschuh
Wearables zur Gang-Analyse sind nur eines von unzähligen Anwendungsgebieten der digitalen Helfer im medizinischen Umfeld (Foto: Messe Düsseldorf, Constanze Tillmann)

Wearables werden in zahlreichen medizinischen Bereichen immer wichtiger. Auf der weltgrößten Fachmesse Medica 2017 (13. bis 16.November 2017 in Düsseldorf) soll aufgezeigt werden, dass die Gadgets längst fester Bestandteil der digitalen Revolution in der Medizin sind.

Wearables werden seit Jahren im privaten Bereich, aber auch in der Medizin immer wichtiger. Davon werden sich die Fachbesucher einmal mehr bei der mit über 5.000 Ausstellern weltgrößten Medizinmesse Medica im November in Düsseldorf überzeugen können. Zum Hotspot für alle Wearables-Interessierten wird hier das „Medica Connected Healthcare Forum“ in Messehalle 15, das den Wearables eigene Sessions widmet. Einen Überblick über spannende Neuentwicklungen gibt zudem die Wearable Technologies Show (ebenfalls in Halle 15). Neben marktreifen Produkten werden hier auch Prototypen und Forschungsprojekte vorgestellt.

Wearables sind nicht nur Fitnesstracker

„Wearables sind einer der wesentlichen Enabler für die Digitalisierung im Gesundheitswesen“, konstatiert Christian Stammel, Gründer und CEO der WT Wearable Technologies Group. Im medizinischen Umfeld seien Wearables weit mehr als am Handgelenk getragene Fitnesstracker. Stammel fasst dabei auch Komponenten wie Herzschrittmacher, Hörgeräte und smarte Implantate unter dem „Modebegriff“ zusammen: „Nach unserer Definition ist jede elektronische Komponente, die am Körper, in Körpernähe oder im Körper getragen wird, ein Wearable-Produkt“, erläutert er.

Breite Anwendungsgebiete

In allen Phasen der medizinischen Versorgung von der Prävention über die stationäre und ambulante Behandlung bis hin zur Rehabilitation beeinflussen Wearables heute neue Behandlungsmethoden und eröffnen neue Behandlungswege in der Diagnose, dem Monitoring und der Medikation. Die Palette reicht vom intelligenten Pflaster zum Messen des Blutzuckerspiegels wie es Abbott bereits umsetzt, über Patches, die Medikamente in der individuell benötigten Menge verabreichen bis hin zu intelligenten Pillen, die die korrekte Medikation überwachen können. So können Ärzte mit einem Sensor in Tablettenform von Proteus Medical verfolgen, wann Patienten ihre Arzneimittel nehmen. Die Therapietreue ist ein entscheidender Faktor, soll eine medikamentöse Therapie erfolgreich sein. Das Insulin-Managementsystem `mylife OmniPod´ ist beispielsweise eine neue Art der Insulinpumpentherapie. Der dazu gehörige Pod wird direkt auf die Haut geklebt – ohne störende Schläuche zwischen dem Pod und dem `Personal Diabetes Manager´. Dadurch erhalten Pumpenträger mehr Freiheit im Alltag.

Rasantes Marktwachstum

Die Bandbreite an Anwendungsoptionen, die auf der Medica 2017 gezeigt werden, macht deutlich, wie schnell sich der Bereich entwickelt. „Der Markt für Wearables wächst rasant. Bereits im letzten Jahr wurden mehr als 150 Millionen Wearable-Produkte weltweit verkauft“, bestätigt Stammel. Im Jahr 2020 werde sich dieser Markt mehr als verdoppeln. Erste Prognosen würden von 400 Millionen Wearables ausgehen, die in 2020 abgesetzt werden sollen. Gut 50 Prozent davon entfielen auf medizinische Wearables. Insbesondere der Markt für intelligente Pflaster (Smart Patches) dürfte weltweit einen sehr hohen Marktanteil einnehmen. In seinem Beitrag „Soft Embedding of Electronics and Skin Friendly Fixation of Materials & Technology“ gibt Gerd Bueschel, OEM Manager beim Bayer-Tochterunternehmen Covestro, beim „Medica Connected Healthcare Forum“ in Messehalle 15 am 14.November einen Einblick in das Thema.