Telemedizin in Tirol erfolgreich

BU: v.l. LR Bernhard Tilg, Clemens Rissbacher (Vorstand Landesinstitut für Integrierte Versorgung), ehemaliger Patient HerzMobil Tirol Alois Kreidl, OA Dr. Wilhelm Grander (Kardiologie/ Intensivmedizin LKH Hall), Bettina Fetz (Koordinatorin HerzMobil Tirol), Prof. Gerhard Pölzl (Leiter des Herzinsuffizienz-Programms in Tirol). (Foto: LIV/ Pfeifer)

Das telemedizinische Versorgungsprogramm HerzMobil Tirol ist erfolgreich. Das zeigen jetzt vorgelegte Zahlen. Demnach konnte die Wiederaufnahmerate ins Krankenhaus aufgrund von Herzinsuffizienz mithilfe des Programms deutlich reduziert werden. 

„Internationalen Studien zufolge ist die Wiederaufnahmerate bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz in den ersten sechs Monaten nach Diagnose bei 50 Prozent“, so Prof. Gerhard Pölzl, ärztlicher Leiter HerzMobil Tirol: „Die Auswertungen unserer Patientendaten aus den Jahren 2016 bis 2018 zeigen deutlich, dass diese Wiederaufnahmerate um die Hälfte reduziert werden kann. Sie beträgt bei unseren Patienten nur mehr 25 Prozent“, so Pölzl weiter.

Patienten, die mit HerzMobil Tirol versorgt werden, haben demnach eine geringere Wahrscheinlichkeit wieder im Krankenhaus aufgenommen zu werden. „Auch die Gesamtsterblichkeit ist mit rund zehn Prozent im Beobachtungszeitraum von einem Jahr weit unter dem in der Literatur angegebenen Wert von bis zu 30 Prozent“, so Pölzl. Clemens Rissbacher, Institutsvorstand Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol ergänzt: „Diese ersten Ergebnisse werden noch mit weiteren Studien untersucht und verglichen, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass es eine sehr positive Tendenz hinsichtlich des Outcomes für die Patienten gibt, wenn diese mit HerzMobil Tirol versorgt werden.“

Politik zieht mit

Laut Rissbacher haben die politischen Entscheidungsträger des Landes Tirol die Bedeutung der Integrierten Versorgung und der Telemedizin schon früh erkannt. „Digitalisierung im Gesundheitswesen sind in Tirol keine leeren Worthülsen, sondern bereits gelebte Realität. Die Digitalisierung hilft uns, die medizinische Versorgung zu den Patienten zu bringen und nicht den Patienten ins Krankenhaus.“, so Rissbacher.

Als Pilotprojekt startet HerzMobil Tirol bereits 2012. Im Juli 2017 wurde das Versorgungsprogramm in die Regelversorgung überführt. Bislang wurden mit HerzMobil Tirol 347 Patienten betreut. Das durchschnittliche Alter dieser Patienten ist 70 Jahre.

Telemedizinische Betreuung 

„Unsere Patienten werden von einem multidisziplinären spezialisierten Team bestehend aus niedergelassenen Ärzten und spezialisierten Pflegekräften betreut. Ein engmaschiges Netz, das durch die moderne Informationstechnologie ermöglicht wird, sorgt für eine ständige Kontrolle der Patienten und ermöglicht so ein zeitnahes Reagieren auf bestimmte Entwicklungen“, sagt Bettina Fetz, Koordinatorin von HerzMobil Tirol. 

So kann zum Beispiel die Medikation schrittweise optimiert werden. Einen Arzt muss der Patient dazu nicht aufsuchen. Mithilfe eines Smartphones mit spezieller App übertragen die Patienten ihre Gesundheitsparameter an das Betreuungsteam. Befindlichkeit, Puls, Blutdruck, Gewicht sowie die Einnahme der Medikamente gelangen auf diese Weise schnell zu der spezialisierten Pflege. „Dadurch gewinnt der Patient Lebensmut und Bewegungsfreiheit zurück“, so Fetz. Der Patient könne sichergehen, dass sein Umgang mit der Erkrankung, sein Lebensstil, seine Essgewohnheiten sowie seine Bewegungseinheiten optimal auf seine Bedürfnisse und die seiner Erkrankung abgestimmt seien. Dieses neuartige Behandlungsmodell schaffe nur Gewinner im System.“

1 Verweis

  1. Telemedizin in Tirol erfolgreich - GesundheitsPortal.Bayern

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