Videosprechstunde: Patientus und Medatixx kooperieren

BU: Die Terminvergabe für die Videosprechstunde in x.isynet. (Foto: Medatixx)

Ärzte können Videosprechstunden künftig direkt aus ihrer Praxissoftware heraus aufrufen. Dazu arbeiten der Praxissoftwareanbieter Medatixx und der Videosprechstunden-Spezialist Patientus zusammen. Gemeinsam haben sie eine Funktion mit dem Namen x.onvid zum Durchführen von Videosprechstunden für die Praxissoftwaresysteme von medatixx entwickelt.

Das Fernbehandlungsverbot war auf dem 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt gekippt worden. Die neue Regelung in der Musterberufsordnung der Ärzte (MBO-Ä) in Paragraf 7 Abs. 4 erlaubt laut Bundesärztekammer (BÄK), dass Ärzte „im Einzelfall“ auch bei ihnen noch unbekannten Patienten eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien vornehmen dürfen – sofern das „ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt“ gewahrt ist. 

Durch die Lockerung des Fernbehandlungsverbotes haben Ärzte mehr Möglichkeiten Videosprechstunden anzubieten. Ärzte können darüber via Bild und Ton persönlich mit Patienten in Kontakt treten, um zum Beispiel Fragen zu einer Weiterbehandlung beantworten. Für Patienten entfallen lange Anfahrten und Wartezeiten. „Mit unserer neuen Lösung x.onvid integrieren wir die Videosprechstunde von Patientus in unsere Systeme, sodass die Praxisteams diese Funktion auf Wunsch direkt aus dem Terminkalender ihrer Praxissoftware heraus aufrufen können“, sagt Medatixx-Geschäftsführer Jens Naumann.

Sichere Videosprechstunde

Per E-Mail übermittelt Patientus dem Patienten automatisch den Termin und eine TAN, mit der er sich zur Videosprechstunde einloggen kann. Bilddateien lassen sich im Rahmen dieser Onlinesprechstunde vom Arzt und vom Patienten gemeinsam betrachten. Zudem können Dokumente oder Fotos geteilt werden. Auch eine Kommunikation per Chat ist möglich. 

Patientus ist zertifizierter Videodienstanbieter und erfüllt die gesetzlich vorgeschriebenen Datenschutzregelungen. Die Videosprechstunde basiert auf einer Ende-zu-Ende-Verbindung (Peer-to-Peer-Verbindung). Sämtliche Gesprächsinhalte sowie die ausgetauschten Nachrichten und Dokumente sind nach aktuellen Sicherheitsstandards wie SSL verschlüsselt. Nach dem Ende der Videosprechstunde werden alle Gesprächsdaten, inklusive der ausgetauschten Dokumente, automatisch gelöscht.