Technische Hilfsmittel überfordern Senioren

Die meisten Senioren wollen gerne möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben. (Foto: De Visu - Fotolia.com)

Die meisten Senioren (66 Prozent) in Deutschland sind von neuen Technologien begeistert. Sie erhoffen sich von ihnen Hilfe im Alltag. Allerdings setzen nur 14 Prozent technische Hilfsmittel wie Sicherheitsalarme, Apps und Sensoren tatsächlich ein, wie die Ergebnisse einer aktuellen Studie im Auftrag des Telefonherstellers Doro zeigen. Grund für diese Zurückhaltung: Die Senioren haben Schwierigkeiten bei der Benutzung der Helfer.

Laut den Umfrageergebnissen wollen 98 Prozent der Befragten möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben. Gleichzeitig geben elf Prozent der Senioren an, dass sie sich dort unsicher fühlen. 43 Prozent der Befragten fürchten, dass sie nicht für sich selbst sorgen können. 31 Prozent haben Angst davor, Opfer von Einbruch zu werden. Ebenfalls groß ist die Sorge Dinge zu vergessen (28 Prozent) oder zu fallen (20 Prozent).

Neue Technologien wie beispielsweise Smart Home-Lösungen können das Vertrauen der Senioren in ihre Eigenständigkeit stärken und ihnen ein sichereres Gefühl verschaffen. 24 Prozent der Senioren geben an, sie würden Smart Home-Lösungen vertrauen und weitere 36 Prozent sagen, sie würden ihnen teilweise vertrauen. Trotzdem investiert derzeit nur jeder zehnte von ihnen in Sicherheitsalarme, Kameras, Sensoren oder Gesundheitsanwendungen. Denn viele ältere Nutzer fühlen sich mit der Nutzung der Helfer schlichtweg überfordert.

Technische Hilfsmittel seniorengerecht entwickeln

Die meisten Senioren, die diese Produkte verwenden, geben an, dass die Lösung für sie zu einer erhöhten Sicherheit beiträgt. 64 Prozent sind überzeugt, dass die technischen Hilfsmittel mehr Sicherheit in ihrem Haus bieten und unter den allein lebenden Personen ist die Zahl mit 70 Prozent sogar noch höher. „Wir sind der festen Überzeugung, dass technische Hilfsmittel, wenn sie gut konzipiert sind, die Sicherheit von Senioren zu Hause verbessern und ihnen ein unabhängigeres Leben ermöglichen können“, sagt Doro-Chef Robert Puskaric. Er sieht sich durch die Umfrage bestätigt: „Sie zeigt, dass es unter Senioren ein Marktpotenzial und Lust auf neue Technologien gibt. Jetzt kommt es darauf an, dass wir uns als Tech-Industrie, darauf konzentrieren, Lösungen zu entwickeln, die für alle Altersgruppen einfach zu bedienen sind. Wir müssen Senioren dazu befähigen, das ungenutzte Potenzial neuer Technologien besser zu nutzen.“

Im Rahmen der europaweiten Studie „Vom vernetzten Zuhause bis zum Telefon: Die Einstellung von Senioren zur Zukunftstechnologie” befragte Novus im Auftrag von Doro unter anderem rund 1.000 Senioren in Deutschland. Die Studie untersucht darüber hinaus auch die Einstellung der europäischen Senioren zur Digitalisierung des Gesundheitswesens im Allgemeinen. Auch wenn die Befürchtung besteht, dass menschlicher Kontakt abnehmen und Eigenverantwortung zunehmen könnte und dass neue Technologien als kompliziert wahrgenommen werden, begegnet ein großer Teil der Senioren der Digitalisierung positiv. 42 Prozent der europäischen Senioren bewerten es als gut, dass die Gesundheitsbranche verstärkt auf digitale Technologien setzt.