Smarter Assistent für die Radiologie zugelassen

CT-Aufnahme der beiden Lungenflügel mit KI-unterstützter automatischer Hervorhebung, Quantifizierung und Vermessung von Anatomie und Abweichungen. (Foto: Siemens Healtineers)

Auf künstlicher Intelligenz (KI) basierend arbeitet die Radiologie-Software „AI-Rad Companion Chest CT1“ von Siemens Healthineers. Sie unterstützt Radiologen dabei, CT (Computertomographie)-Bilder des Thorax schneller und präziser zu interpretieren. Mithilfe von automatischen Messungen lassen sich die Befunde zudem in kürzerer Zeit erstellen. Das Programm hat jetzt die CE-Kennzeichnung erhalten und kann in Europa als Medizinprodukt vermarktet werden. 

Die Software ist die erste KI-basierte Anwendung auf der neuen Plattform AI-Rad Companion und arbeitet herstellerunabhängig, sodass sich mit der Software Bilddaten vieler CT-Hersteller auswerten lassen. Siemens Healthineers plant den Ausbau der Plattform. Dadurch sollen in Zukunft immer mehr intelligente Algorithmen für weitere Organe und Modalitäten zur Verfügung stehen. Damit will das Unternehmen sein Portfolio von Lösungen zur KI-basierten klinischen Entscheidungsunterstützung erweitern.

Report einfach abrufbar

Der AI-Rad Companion Chest CT kann auf CT-Aufnahmen des Thorax verschiedene anatomische Strukturen voneinander unterscheiden, hervorheben und pathologische Auffälligkeiten automatisch kennzeichnen und messen. In der aktuellen Version funktioniert das für Organe wie Herz oder Lunge, die Aorta (Hauptschlagader) sowie Wirbelkörper. Die Ergebnisse werden automatisch in einem Report aufbereite. Dieser Report steht über das vom Radiologen in der Routine genutzte Bildbetrachtungssystem zur Verfügung. 

Konstante Ergebnisse

Durch den intelligenten Assistenten sollen Ärzte unter Umständen darüber hinaus Hinweise auf potenzielle Auffälligkeiten erhalten, die nicht im Fokus der ursprünglichen Untersuchung standen und somit eventuell nicht erkannt worden wären. Dazu zählen beispielsweise Zufallsbefunde von krankhaften Erweiterungen der Aorta (Aneurysmen).

„Wenn Radiologen einen Befund erstellen, gibt es eine gewisse Variabilität von etwa zehn bis 20 Prozent in Abhängigkeit vom Untersucher. Bei einer Algorithmen-gestützten Befundung fällt diese Variabilität komplett weg und die Ergebnisse sind konstant. Das allein ist schon ein Riesenvorteil von KI-Plattformen wie AI-Rad Companion“, sagte Dr. Bram Stieltjes, Leitung Forschungskoordination Radiologie und Nuklearmedizin am Universitätsspital Basel.

Produktivitätsschub 

Der AI-Rad Companion Chest CT arbeitet cloudbasiert. Die Software und nutzt die zertifizierte, sichere und sowohl HIPAA (Health Information Portability and Accountability Act, USA) wie EU-DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) -konforme Infrastruktur von teamplay3. Zudem entspricht sie laut Hersteller den DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine) -Standards. Die Bilder und alle unterstützenden Informationen können automatisch im PACS (Picture Archiving and Communication System verfügbar gemacht werden.

„Die CT-Thorax-Untersuchung ist ein im klinischen Alltag häufig eingesetztes Verfahren. Für Radiologen bedeutet das, täglich zahlreiche Untersuchungen in nur begrenzter Zeit und typischerweise bei geringem Vergütungssatz durchführen zu müssen“, sagt André Hartung, Leiter des Geschäftsgebietes Computed Tomography bei Siemens Healthineers. Mit dem AI-Rad Companion Chest CT stehe Ärzten nun ein Tool zur Verfügung, das gleichzeitig Produktivität und Qualität in der radiologischen Diagnostik erhöhen könne.