Mit Biofeedback gegen Panikattacken

Mittels Biofeedback sollen von einer Panikstörung Betroffene körperliche Signale wahrnehmen und in eine günstige Richtung verändern. (Foto: Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie / Universitätsmedizin Mainz)

Lassen sich Panikattacken erfolgreich mit Biofeedback behandeln? Im Rahmen einer Studie wollen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Bonn und der Universitätsmedizin Mainz das herausfinden. Aus diesem Grund suchen sie nun von einer Panikstörung betroffene Menschen für eine Studie. 

Rund zwei Prozent der Europäer leiden einmal in ihrem Leben an einer Panikstörung. Das wesentliche Merkmal sind abrupt wiederkehrende und damit für die Betroffenen nicht vorherseh- oder erklärbar auftretende Angstattacke. Diese Attacken steigern sich in wenigen Minuten zu einem Höhepunkt. Begleitend treten Symptome wie Herzrasen, Hitzewallungen, Beklemmungsgefühlen, Zittern, Brustschmerzen, Atemnot oder Schwindel auf. Die Patienten haben häufig Angst davor, dass sie die Kontrolle verlieren oder verrückt werden. Einige der Betroffenen fürchten auch, einen körperlichen Zusammenbruch oder Herzinfarkt zu erleiden oder zu sterben. 

„Es ist deshalb verständlich, dass viele Betroffene eine Erwartungsangst vor dem Auftreten der nächsten Attacke entwickeln und die Lebensführung verändern, um damit bestimmte Situationen zu vermeiden“, sagt Privatdozent Dr. Rupert Conrad von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn. Gemeinsam mit Prof. Dr. Katja Petrowski von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz will er die Wirksamkeit von Biofeedback bei der Behandlung der Panikstörung genauer untersuchen.

Biofeedback als Stellschraube 

Beim Biofeedback werden körperliche Signale wie die Herzrate oder Herzratenvariabilität aufgezeichnet und über spezielle Geräte visuell oder akustisch zurückgemeldet. Diese körperlichen Signale sind ansonsten nur schwer für die unmittelbare Sinneswahrnehmung zugänglich. Biofeedback könnte Patienten mit einer Panikstörung dabei helfen, unbewusst ablaufende Körperprozesse wahrzunehmen und in eine günstige Richtung zu verändern. 

Studienteilnehmer gesucht

Um diese Annahme zu belegen, führen die Wissenschaftler eine gemeinsame Studie am Universitätsklinikum in Bonn durch und suchen Betroffene, die unter einer Panikstörung leiden. Die Studienteilnehmer sollten zwischen 18 und 65 Jahren alt sein, aktuell nicht psychotherapeutisch behandelt werden und keine Herzerkrankungen haben.

Nach einer ausführlichen psychologischen Diagnostik sollen die Teilnehmer das Biofeedback ausprobieren. Da Stress und Immunparameter eng zusammenhängen, bestimmen die Wissenschaftler die Biomarker aus dem Blut bestimmt, wozu die Abgabe einer Blutprobe erforderlich ist. Danach nehmen die Betroffenen fünf Wochen lang einmal pro Woche für eine bis maximal zwei Stunden an einer Biofeedbackbehandlung teil. Eine weitere Biofeedback-Sitzung wird einmalig sechs Wochen nach der letzten Behandlung durchgeführt.

Die Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro. Interessierte können sich bei M.Sc. Psych. Johanna Jurczyk in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn unter der Telefonnummer 0228/287-14605 oder per E-Mail an biofeedback@ukbonn.de melden.