Jeder Vierte vereinbart Arzttermine online

Patient konsultiert Arzt via Notebook
Patient konsultiert Arzt via Notebook: Große Offenheit gegenüber digitalen Technologien. (Foto: Mark Adams/123rf.com)

Eine wachsende Anzahl von Patienten Arttermine nicht mehr telefonisch, sondern online, per Whatsapp oder Chat. Das Interesse an entsprechenden, digitalen Angeboten ist seitens der Patienten groß, zeigt eine aktuelle Befragung.

Immer mehr Patienten wünschen sich im Kontakt mit Arztpraxen eine einfachere und zeitgemäße Kommunikation über das Internet. 38 Prozent können sich vorstellen, ihre Termine online zu vereinbaren, 26 Prozent tun dies bereits. 41 Prozent würden per WhatsApp oder Chat mit dem Arzt oder dessen Praxisteam kommunizieren und jeder Zehnte hat ein solches Angebot in der Realität schon einmal genutzt. 

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom unter 1.005 Bundesbürgern ab 16 Jahren. Wie daraus weiter hervorgeht, möchten sich 39 Prozent per SMS oder E-Mail an fällige Vorsorgeuntersuchungen erinnern lassen, 27 Prozent der Befragten haben von einem solchen Service schon einmal profitiert. Per E-Mail mit Ärzten oder Krankenhäusern würden 36 Prozent in Kontakt treten, und 16 Prozent haben dies in der Vergangenheit schon einmal getan.

Einfacherer Kontakt mit dem Arzt

„Wir sehen quer durch alle Altersgruppen eine große Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Angeboten im Gesundheitsbereich“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Gerade kranken oder körperlich beeinträchtigten Menschen sollte man den Kontakt mit dem Arzt so einfach wie möglich machen. Das beginnt bei der Online-Terminvereinbarung und hört bei der Kommunikation via Chats und Messenger nicht auf. Der Service im Gesundheitswesen kann durch solche Angebote schnell und wirksam verbessert werden. Die digitalen Angebote für Patienten sollten weiter ausgebaut werden.“

Keine Angst vor neuen Technologien

Auch in anderen Bereichen besteht eine große Offenheit gegenüber digitalen Technologien. So können sich sechs von zehn Befragten (58 Prozent) vorstellen, dass während einer Operation Spezialisten aus der Ferne per Video in den OP-Saal geschaltet werden, um dem ausführenden Arzt Hinweise und Hilfestellungen zu geben. Fast jeder Zweite (49 Prozent) würde via Telemedizin Ärzte aus dem Ausland konsultieren, etwa um eine zweite Meinung einzuholen. Einer Digitalisierung ihrer Patientendaten steht knapp die Hälfte der Deutschen aufgeschlossen gegenüber: 47 Prozent können sich die telemedizinische Überwachung ihres Gesundheitszustandes vorstellen. Der Arzt kann so etwa bei chronisch kranken Menschen Blutdruck oder Blutzuckerwerte aus der Ferne überprüfen. Jeder Vierte (26 Prozent) möchte außerdem seine Untersuchungsergebnisse wie MRT-Befunde in digitaler Form bekommen. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) hat von diesem Service schon einmal Gebrauch gemacht.

Patientenversorgung braucht digitale Unterstützung

„Digitale Technologien bieten in der Gesundheitsbranche enorme Vorteile“, betont Rohleder. „Jetzt ist wichtig, dass Ärzte, Kliniken und Krankenkassen die technischen Möglichkeiten für sich selbst konsequent nutzen und allen Patienten zur Verfügung stellen. Leistungsfähige Patientenversorgung wird künftig nur noch mit digitaler Unterstützung funktionieren – insbesondere da, wo Fachärzte fehlen oder lange Wege für einen Arztbesuch notwendig sind. Telemedizinische Angebote müssen daher umfassend in die Regelversorgung mit aufgenommen werden.“ Mit diesen Forderungen dürfte Bitkom-Chef Rohleder bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn offene Türen einrennen.