Diese HighTech-Neuheiten bringt die Medica

Kleidungssensor „Opro9“ zur Erfassung von Temperatur- und Feuchtigkeitsparametern
Smarte Wearables: Der Kleidungssensor „Opro9“ zur Erfassung von Temperatur- und Feuchtigkeitsparametern wurde auf der Medica im vergangenen Jahr vorgestellt (Foto: C. Tillmann/ Messe Düsseldorf).

Vom Internet of Medical Things und Pflegerobotern bis zur smarten Wundheilung werden auf der weltgrößten Medizinmesse Medica in diesem Jahr zahlreiche Innovationen vorgestellt. Alle Neuheiten sind vom 18. bis 21. November 2019 auf dem Düsseldorfer Messegelände zu sehen.

Speziell im Bereich Internet of Medical Things drängen derzeit laut Messegesellschaft zahlreiche Neuerungen in die Anwendung. So stellt das Unternehmen Zimmer & Peacock Biosensoren zur Analyse von pH-Wert, Glucose, Lactat oder Harnsäure in körpernahen Wearables vor. Dies ermöglicht eine smarte Diagnostik von Gesundheitsparametern. Viele Health Start-ups werden sich und ihre Entwicklungen im Rahmen des Medica Connected Healthcare Forum – kurz MCHF – in Vortrags-Sessions vorstellen.

So etwa das Start-up Moio, das ein intelligentes Pflegepflaster entwickelt hat. Es kann stationär und häuslich eingesetzt werden und soll die Lebensqualität pflegender sowie pflegebedürftiger Menschen durch zielgerichtete, zeitnahe Informationen verbessern. Herzstück des Pflastersystems ist ein Sensormodul. Es wird nur bei konkretem Bedarf aktiviert und bietet etwa Funktionen wie Aufsteh- und Sturzsignal, Mobilitätsprotokoll oder Positionsbestimmung. Zum Beispiel wird ein Alarm ausgelöst, wenn der Träger des smarten Pflasters gestürzt ist.

Smarte Ergänzung des Körpers 

Um die Ergänzung des menschlichen Körpers etwa mit bionischen Augen, intelligenten Implantaten oder Exoskeletten, also um „Body Augmentation“, geht es beim MCHF am Montag, 18. November. Dr. Nadia Tsao wird dann über die Möglichkeiten des 3D-Drucks von Körperteilen berichten und dabei einen Bogen von der gedruckten Hüfte bis zum Kniegelenk spannen. In einem Bericht prognostizierte sie bereits vor zwei Jahren, dass der weltweite Umsatz mit 3D-Biodruck 1,9 Milliarden Dollar bis 2028 erreichen wird. 

In derselben Session zeigt Raina Chang, European Business Director von Free Bionics aus Taiwan Exoskelette, die bei Schlaganfallpatienten als Roboter-Unterstützung zum Einsatz kommen. Sie sollen den Rehabilitationsprozess erleichtern. Die Exoskelette können auch hilfreich beim Training für Menschen mit Rückenmarksverletzungen sein. Ziel ist es, Patienten ihr Gehvermögen wiederzugeben. 

Roboter assistiert im Seniorenhaushalt 

Robotik ist auch in der Pflege zuhause einsetzbar. Der Roboter „temi“ von Medisana soll beispielsweise als digitaler Helfer für Senioren im Alltag fungieren. Ulrich Schulze-Althoff, Vice President von Medisana, wird den Pflegeroboter im Rahmen des MCHF auf der Medica 2019 vorstellen. Temi ähnelt äußerlich einem fahrenden Tablet-PC und mahnt beispielsweise zur pünktlichen Medikamenteneinnahme. Durch die Integration von Amazons Sprachassistent Alexa kann der Home-Care-Roboter mit kompatiblen Smart-Home-Geräten im Seniorenhaushalt vernetzt werden. 

Mobiles Monitoring auf modernstem Level 

Mobiles Monitoring, das geeignet ist, die Gesundheitsversorgung zuhause und in Kliniken oder Pflegeheimen zu verbessern, steht am Dienstag, 19. November auf der Agenda des MCHF. So misst zum Beispiel Biovotion mit der medizinisch zertifizierten Lösung „Everion 22“ verschiedene Vitalparameter wie die Herzfrequenz, Herzratenvariabilität, Temperatur, Sauerstoffsättigung, Bewegungsintensität oder die Schlafqualität. Dieser Neuheit hat sich bereits das Pharmaunternehmen Mundipharma angenommen, das die Digitalplattform „Painfocus“ entwickelt hat. Herausgekommen ist eine Kombination von Biovotions „Everion“ mit einer KI-gestützten Gesundheitsanalyseplattform, die maschinelles Lernen nutzt und mehrere physiologische Biomarker kombiniert, um das Vorhandensein und die Stärke von Schmerzen zu berechnen. Das aus App und Hardware bestehende System kann Daten, die von Patienten erzeugt werden, erfassen, überwachen, analysieren und über ein webbasiertes Dashboard mit den Pflegekräften teilen – in Echtzeit. Auf diese Weise entsteht ein genaues Bild des Gesundheitszustandes einschließlich Schmerzniveau und allgemeiner Physiologie – was besonders bei Patienten, die nicht ansprechbar sind, von großem Wert ist. 

Datenhunger Künstlicher Intelligenz

Für den Einsatz von Künstliche Intelligenz (KI) in der Medizin sind große Menge verlässlicher Daten unerlässlich – Stichwort: Big Data. Am Mittwoch, 20. November, wird CTO Healthcare and Life Sciences bei IBM Europe Thorsten Gau auf darlegen, inwiefern Verbindungen und Daten aus unterschiedlichsten Quellen dazu beitragen können, die Gesundheitsversorgung zu verbessern. 

Insgesamt bietet das Medica Connected Healthcare Forum mehr als 100 Health Start-ups eine Bühne. Alle Informationen zum Forum und seinen Programmbestandteilen sind hier (externer Link/medica-Website) online abrufbar.