Angst vor Cyberbetrug über Heimnetz

Notebook gesichert mit schwerem Kettenschloss
Für viele Deutsche ist das eigene Heimnetz ein Buch mit sieben Siegeln. (Foto: Kaspersky Lab)

Ob Smart-Home-Anwendungen, TV-Streaming oder schneller Internetzugriff – das WLAN ist die zentrale Schaltstelle für im Privatbereich genutzte Geräte und Dienste. Doch wie sorgsam gehen die Nutzer mit dem Heimnetz um? Eine aktuelle Umfrage offenbart große Sicherheitslücken.

Eine aktuelle Erhebung im Auftrag des IT-Securityanbieters Kaspersky Lab durch Arlington Research unter 1.000 Deutschen zeigt: Nur 60,2 Prozent wissen um geeignete Sicherheitsmaßnahmen für das heimische WLAN. Bei 14,8 Prozent der deutschen Nutzer ist es sogar nicht einmal passwortgeschützt. 45,2 Prozent der Befragten befürchten Cyberbetrug über das eigene Heimnetz.

Trotz fehlender Sicherheitsmaßnahmen ist mehr als ein Viertel der deutschen Nutzer (27,3 Prozent) offensichtlich besonders vorsichtig, wenn es um das eigene WLAN geht und bietet nicht einmal den eigenen Gästen Zugang dazu an. Knapp die Hälfte (45,2 Prozent) hat hingegen keinerlei Bedenken, Besuchern die persönlichen Einwahldaten für ihr Heimnetz zur Verfügung zu stellen.

Heimlich ins WLAN des Nachbarn?

Über ein Drittel (35 Prozent) der WLAN-Nutzer fürchtet, Nachbarn könnten das eigene Netz unbefugt heimlich nutzen, wenn die Möglichkeit bestünde. Auf der anderen Seite vertraut die Mehrheit (40,5 Prozent) hingegen darauf, dass der Nachbar sich nicht inoffiziell ins eigene Internet einwählt. Zehn Prozent der befragten Nutzer würden indes selbst das WLAN ihres Nachbarn ohne dessen Erlaubnis nutzen.

WLAN- oder Hausschlüssel

Selbst wenn der Nachbar wegen eines WLAN-Ausfalls eine kurzzeitige Überbrückung bräuchte, würden lediglich 36,6 Prozent der deutschen Nutzer ihr persönliches WLAN-Passwort herausgeben. Wobei mehr Menschen (18,4 Prozent) dazu tendieren, einem Nachbarn das persönliche WLAN-Passwort zu überlassen als diesem den eigenen Hausschlüssel – etwa für Handwerkerbesuche in Abwesenheit – anzuvertrauen. Dies würden lediglich 12 Prozent tun.

Trotz Sorge oft geringer Schutz

Knapp die Hälfte der Deutschen (45,2 Prozent) befürchtet, dass Kriminelle sich in das persönliche Heimnetz einwählen und darüber Betrügereien begehen könnten. Doch trotz dieser Befürchtungen stimmen weniger als zwei Drittel (60,2 Prozent) der Aussage zu, sie wüssten, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um den eigenen Router umfassend abzusichern. Sogar noch weniger (48,5 Prozent) haben ihr WLAN-Passwort nach der Erstinstallation überhaupt schon einmal geändert. Bei den Sicherheitseinstellungen waren es mit 44,9 Prozent sogar noch weniger. 14,8 Prozent der Befragten geben sogar offen zu, dass ihr WLAN nicht passwortgeschützt ist, 10,4 Prozent sind bei der Frage unentschlossen und 3,6 Prozent wissen es nicht. Das heißt, 28,8 Prozent verfügen zu Hause über kein passwortgeschütztes WLAN.