Ärzte bescheinigen 3D-Druck großes Potenzial

Auch in der Medizin hat 3D-Druck großes Potenzial. (Foto: Robert Kneschke - Fotolia.com)

Viele Ärzte sind davon überzeugt, dass der 3D-Druck die Medizin revolutionieren kann. Bereits heute werden Modelle zur OP-Vorbereitung im 3D-Drucker hergestellt. Mehr als jeder vierte Arzt (27 Prozent) geht sogar davon aus, dass menschliche Organe im Jahr 2030 per 3D-Druck hergestellt werden. Sieben Prozent erwarten, dass der Einsatz solcher Verfahren im deutschen Gesundheitswesen dann alltäglich sein wird.

Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage unter 477 Ärzte aller Funktionen und Fachrichtungen, die der Digitalverband Bitkom zusammen mit dem Ärzteverband Hartmannbund durchgeführt hat. Jeder fünfte befragte Arzt (21 Prozent) meint, dass diese Technologie zur Organherstellung 2030 vereinzelt eingesetzt werden wird. Vier von zehn Ärzten (39 Prozent) sagen aber auch, dass das Verfahren zu diesem Zeitpunkt noch im Entwicklungsstadium sein wird. Ein weiteres Viertel (25 Prozent) glaubt, dass der 3D-Druck für Ersatzorgane keine Rolle spielen wird. „Die Medizin bringt den 3D-Druck voran. Schon heute können sich Ärzte an originalgetreuen Modellen auf anstehende Operationen vorbereiten, was gerade in komplizierten Fällen eine große Hilfe sein kann“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder und führt aus: „Gewebestücke können schon heute 3D-gedruckt werden, bald werden es komplette Organe sein. Viele Ärzte sind von dieser Technologie überzeugt.“

3D-Druck in der Prothetik

Großes Potenzial bescheinigen die Ärzte der Herstellung von Prothesen und Implantaten im 3D-Druckverfahren. Hier sagt bereits knapp jeder Zweite (47 Prozent), dass dieses Verfahren 2030 alltäglich sein wird. Ein weiteres Drittel (33 Prozent) der Ärzte vertritt die Ansicht, dass Prothesen und Implantate zukünftig zumindest vereinzelt aus dem 3D-Drucker kommen werden. 15 Prozent sind davon überzeugt, dass dieses Verfahren im Jahr 2030 noch im Entwicklungsstadium sein (13 Prozent) beziehungsweise keine Rolle spielen wird (zwei Prozent).

3D-Druck-Zukunft in Berlin

Mit der Zukunft des 3D-Drucks beschäftigt sich auch der 3D Printing Summit, den der Bitkom am 28. September in Berlin veranstaltet. Hersteller, Anwenderunternehmen und Forschende erläutern dort ihre Strategien, Ideen und Erkenntnisse rund um das Thema 3D-Druck. Neben Vorträgen gibt es unter anderem auch interaktive Workshops sowie eine Ausstellung mit interessanten Exponaten. In Live-Demos der Aussteller können die Besucher aktuelle 3D-Drucker live erleben und ausprobieren. Das Programm der kostenfreien Veranstaltung steht online  zur Verfügung. Die Anmeldung ist ebenfalls online möglich.