Hörgesundheits-App „Earaction“ vorgestellt

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml mit Ingolstädter Schulkindern
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml stellt Hörgesundheits-App "Earaction" in einem Ingolstädter Gymnasium vor (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)

Welcher Geräuschpegel ist für ein gesundes Ohr in Ordnung? Das kann man jetzt mittels App testen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat in einer Ingolstädter Schule die erweiterte Hörgesundheits-App „Earaction“ vorgestellt.

Das neue App-Angebot des bayerischen Gesundheitsministeriums für Smartphones und Tablets (mit Android- oder iOS-Betriebssystem) informiert über Gefahren für das Gehör und Vorsorgemaßnahmen. Die Gesundheitsministerin betont: „Mit der App ‚Earaction‘ wollen wir insbesondere junge Menschen für den Lärm- und Hörschutz sensibilisieren. Denn ist ein Hörschaden einmal eingetreten, ist er irreparabel und kann die Gesundheit und das soziale Leben stark belasten.“

Die App ‚Earaction‘ hat jetzt zwei neue Funktionen, eine davon ist ein Hörschadensimulator. Damit können Nutzer nachvollziehen, wie sich ein Hörschaden auswirkt – zum Beispiel beim Musikhören. Die andere neue Funktion ist ein erweiterter Schallpegelmesser. Dieser zeigt neben dem Schallpegel auch an, wie lange man sich gefahrlos der aktuell vorherrschenden Lärmbelastung aussetzen kann. Huml ergänzt: „Die App sensibilisiert dafür, wie Menschen mit einem bestehenden Hörschaden ihre Umgebung wahrnehmen. Damit soll auch mehr Verständnis für Betroffene geweckt werden.“

Langzeitstudie bis 2022

Mit der sogenannten „Ohrkanstudie“ des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), gefördert durch das bayerische Gesundheitsministerium, werden die zeitliche Entwicklung des Hörvermögens, des Hörverhaltens und die Lärmbelastung bei Jugendlichen insbesondere in der Freizeit untersucht. Die Studie wurde 2009 gestartet und läuft voraussichtlich noch bis 2022.

„Aus unserer Studie wissen wir, dass sich Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer Freizeit häufig einer zu starken Lärmbelastung aussetzen. Deshalb ist es wichtig, dass wir auf riskantes Verhalten aufmerksam machen. Denn als ernste Gesundheitsgefahr wird Lärm häufig unterschätzt“, gibt die bayrische Ministerin zu bedenken.

Riskante Lärmbelastung

Aus den Zwischenergebnissen der „Ohrkanstudie“ vom Juli 2017 geht hervor, dass sich von den Befragten 64 Prozent in ihrer Freizeit einer riskanten Lärmbelastung aussetzen. Bei den Jugendlichen im Alter von 15 Jahren waren tragbare Musikabspielgeräte die Hauptquelle für die bedenkliche Lärmbelastung – bei den 18-Jährigen und noch verstärkt bei den 20-Jährigen waren Diskotheken- und Clubbesuche die häufigste Ursache. Um die langfristigen Folgen zu prüfen, wird die Hörfähigkeit der Studienteilnehmer in fünf Jahren erneut klinisch untersucht.

Weitere Informationen zum Thema: www.earaction.bayern.de. Auf dieser Seite befinden sich auch Links zum Download der App.