12.000 Arztpraxen mit TK-Safe-Anschluss

Arzt vor einer virtuellen Wand mit einem Netzwerk von Patienten
Arzt vor einer virtuellen Wand mit einem Netzwerk von Patienten (Foto: © HNFOTO/fotolia.com)

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) eine Vereinbarung getroffen, wonach 12.000 Arztpraxen Anschluss an die von der TK angebotenen, elektronischen Gesundheitsakte „TK-Safe“ erhalten werden. Die Infrastruktur für die Datenspeicherung kommt vom US-Unternehmen IBM.

TK und KBV haben hierfür eine Lösung für einen Datenaustausch zwischen den verschiedenen Computersystemen entwickelt. Dadurch können ab dem 1. Halbjahr 2019 die Ärzte direkt aus ihrer Praxissoftware beispielsweise Laborbefunde, Arztbriefe und Röntgenbilder in der digitalen Akte des Patienten speichern. Gleichzeitig können Patienten ihren Ärzten die Befunde von früheren Arztbesuchen auf digitalem Weg zur Verfügung stellen.

Für den Datenaustausch nutzt das Projekt eine neu entwickelte Verbindung zwischen der elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe und den verschiedenen Praxisverwaltungssystemen der Ärzte über den Kommunikationsdienst „KV-Connect“ der kassenärztlichen Vereinigungen. Über den Dienst tauschen Ärzte, Psychotherapeuten, Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und weitere medizinische Partner ihre Daten untereinander mittels eines Ende-zu-Ende verschlüsselten Transportwegs aus.

„Andere Ärzte können dazu stoßen“

Der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas sieht in der Vereinbarung einen Fortschritt auf dem Digitalisierungspfad in der Medizin: „Das ist ein wichtiger Erfolg für die Vernetzung des Gesundheitswesens. Damit können niedergelassene Ärzte ihre Befunde und Briefe auf einem sicheren Weg digital in der elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe unserer Versicherten speichern. Ab dem ersten Halbjahr 2019 sind unmittelbar alle 12.000 Ärzte, die bereits heute KV-Connect nutzen, in der Lage mit dem TK-Safe Daten auszutauschen. Alle anderen Ärzte können jederzeit zu KV-Connect dazu stoßen. Dabei ist egal, welche Praxissoftware sie bisher nutzen. Damit haben wir auch auf dem Markt einen neuen Standard geschaffen“.

Schnittstellen-Nutzung

KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel begrüßt die Nutzung des bereits etablierten Schnittstellenstandards: „Wir begrüßen es, dass TK und IBM bei ihrer elektronischen Gesundheitsakte auf die bereits weit verbreitete KV-Connect Schnittstelle setzen. Dies ermöglicht es Ärzten auf einfache Weise, medizinische Dokumente mit ihren Patienten zu teilen. Entscheidend ist der interoperable Informationsaustausch sowohl über die Gesundheitsakte und künftig über die einheitliche elektronische Patientenakte.“

TK und IBM bieten ihren Versicherten TK-Safe seit April 2018 an. Für den Aufbau der Vernetzung haben TK und IBM zunächst mit der Anbindung von Krankenhäusern begonnen. Jetzt wird der Fokus auf die Vernetzung mit dem ambulanten Sektor erweitert. TK-Chef Baas hebt dabei die Datenschutzbemühungen hervor: „Ein wichtiger Grundsatz bei unserer digitalen Akte ist, dass der Patient Herr seiner Daten ist. Ohne seine Einwilligung hat kein Dritter Zugang – weder die TK noch ein Leistungserbringer, IBM oder sonst jemand. Der Versicherte bestimmt auch, auf welche Daten und Dokumente der von ihm ausgewählte Arzt oder Leistungserbringer zugreifen darf.“ Dabei haben Datenschutz und Datensicherheit höchste Priorität.

Einhaltung der EU-Sicherheitsstandards

Die Infrastruktur für die Datenspeicherung stellt das US-Unternehmen IBM zur Verfügung. Die elektronischen Gesundheitsdaten der TK-Versicherten werden dabei verschlüsselt und anonymisiert ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert. Der Service erfüllt die aktuellen EU-Sicherheitsstandards und deutschen E-Health-Anforderungen für Datenspeicherung.

Link
Letter of Intent zur Verknüpfung von KV-Connect und TK-Safe (HTML-Dokument auf der Webseite der KBV).