Die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens schreitet zwar voran, doch ihre Nutzung bleibt nach wie vor hinter den technischen Möglichkeiten zurück. Das zeigt der jetzt veröffentlichte E-Health-Monitor 2025 von 2025 von McKinsey & Company, der den digitalen Reifegrad zentraler Anwendungen wie E-Rezept, elektronischer Patientenakte und digitaler Gesundheitsanwendungen analysiert.
Mit der flächendeckenden Einführung des E-Rezepts und der elektronischen Patientenakte im Opt-out-Modell wurden grundlegende Voraussetzungen für eine digitale Gesundheitsversorgung geschaffen. Gleichzeitig verdeutlichen die erhobenen Daten, dass technische Stabilität, Integration in den Versorgungsalltag sowie Akzeptanz bei Leistungserbringern und Versicherten weiterhin zentrale Herausforderungen darstellen.
E-Rezept etabliert, ePA bleibt unter ihren Möglichkeiten
Das E-Rezept hat nach einem langsamen Start deutlich an Bedeutung gewonnen. Während 2023 noch rund 18 Millionen Rezepte digital eingelöst wurden, stieg die Zahl 2024 auf über 540 Millionen. Bis Oktober 2025 wurde erstmals die Marke von einer Milliarde eingelöster E-Rezepte überschritten. Trotz dieser Entwicklung bestehen weiterhin technische Einschränkungen. Insbesondere in der Haus- und Heimversorgung ist das E-Rezept bislang nur eingeschränkt nutzbar, weshalb viele Praxen parallel weiterhin auf Papierrezepturen zurückgreifen.
Ein anderes Bild bietet sich bei der elektronischen Patientenakte. Zwar wurden im Opt-out-Verfahren rund 70 Millionen Akten angelegt, die aktive Nutzung bleibt jedoch gering. Ende 2025 verfügten lediglich rund 4,2 Millionen Versicherte über eine registrierte Gesundheits-ID, die für den Zugriff auf die ePA erforderlich ist. Fehlende Vertrautheit mit den Funktionen sowie eine unvollständige Integration in Praxis- und Kliniksysteme bremsen die Nutzung weiterhin.
DiGA: Wachsende Nutzung bei begrenzter Wirtschaftlichkeit
Auch bei digitalen Gesundheitsanwendungen zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Zahl der verordnenden Praxen ist gestiegen, ebenso die Nutzung der Anwendungen. Gleichzeitig wächst das Marktvolumen nur moderat, da sinkende Durchschnittspreise die wirtschaftliche Situation einzelner Anbieter belasten. Mehrere Anwendungen wurden bereits aus dem Verzeichnis gestrichen, teilweise auf Antrag der Hersteller.

