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CES: Tragbares Mini-Labor für Lebensmittelallergiker

Das tragbare Mini-Labor für Lebensmittelallergiker. Foto: Allergen Alert

Auf der CES 2026 in Las Vegas hat das französische Start-up Allergen Alert ein tragbares Mini-Labor für Lebensmittelallergiker vorgestellt, das Allergene oder Gluten direkt in einer Mahlzeit nachweisen kann und damit mehr Sicherheit beim Essen außer Haus verspricht.

Lebensmittelallergien betreffen weltweit rund 250 Millionen Menschen und stellen eine wachsende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Alle zehn Sekunden wird irgendwo auf der Welt eine Person aufgrund einer allergischen Reaktion in die Notaufnahme eingeliefert. Hier setzt das Mini-Labor von Allergen Alert an.

Das kompakte, batteriebetriebene Gerät ist als erstes seiner Art darauf ausgelegt, Laboranalytik in den Alltag zu verlagern. Statt auf Zutatenlisten, Barcodes oder Fotoanalysen zurückzugreifen, arbeitet Allergen Alert mit einer patentierten Einweg-Probe, die auf Technologien aus der professionellen Diagnostik basiert. In wenigen Minuten liefert das System ein klares Ergebnis darüber, ob ein getestetes Lebensmittel ein relevantes Allergen oder Gluten enthält. Zielgruppe sind Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder Zöliakie, für die jede Mahlzeit mit einem erhöhten Risiko verbunden sein kann.

Die gesundheitliche Relevanz ist erheblich, so das Unternehmen, und verweist auf die USA. Allein in den Vereinigten Staaten leben rund 33 Millionen Menschen mit Lebensmittelallergien, hinzu kommt etwa ein Prozent der Bevölkerung mit Zöliakie. In einkommensstarken Ländern sind bis zu zehn Prozent der Erwachsenen betroffen, bei Kindern liegt der Anteil bei etwa acht Prozent. Die Zahl der Fälle ist in den vergangenen 15 Jahren um rund 50 Prozent gestiegen. Besonders kritisch ist, dass etwa die Hälfte schwerer allergischer Reaktionen außerhalb des eigenen Zuhauses auftritt, wo Kreuzkontaminationen schwer kontrollierbar sind. Neun Allergene sind für den Großteil der Reaktionen verantwortlich, darunter Erdnüsse, Nüsse, Milch, Eier, Fisch, Schalentiere, Weizen, Soja und Sesam.

Allergen Alert will hier eine zusätzliche präventive Sicherheitsebene schaffen. Nutzerinnen und Nutzer entnehmen eine kleine, repräsentative Probe aus ihrer Mahlzeit und geben sie in einen versiegelten Einweg-Beutel. Dieser wird in das Gerät eingesetzt, das automatisch alle Schritte der Analyse übernimmt, von der Probenvorbereitung über die Proteinextraktion bis hin zur Detektion. Die zugrunde liegende Immunoassay-Technologie war bislang professionellen Laboren vorbehalten und wurde nun so miniaturisiert, dass sie auch ohne Fachwissen eingesetzt werden kann.

Allergen Alert will Labortechnik auf mobile Abmessungen schrumpfen

In Kooperation mit dem bioMérieux-Labor, einem Diagnostikunternehmen mit Schwerpunkten im Bereich Lebensmittelsicherheit, hat das Start-up sein Produkt geschaffen. Innerhalb dieses Forschungsumfelds wurde die Kerntechnologie entwickelt und im Rahmen eines Intrapreneurship-Programms in ein marktfähiges Produkt überführt. Die vollständig automatisierte Einweg-Probe sorgt für reproduzierbare Ergebnisse bei minimalem Bedienaufwand.

Ende 2025 gab Allergen Alert eine Finanzierungsrunde über 3,6 Millionen Euro bekannt, um die Entwicklung abzuschließen, die Industrialisierung vorzubereiten und den Markteintritt zu planen. Die Vorbestellung des Mini-Labors ist für Ende 2026 vorgesehen. Die Einweg-Testbeutel sollen zu einem Preis von unter zehn US-Dollar pro Stück oder im Abonnement erhältlich sein.