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Risiko Schatten-KI in Praxen

Immer mehr Ärztinnen und Ärzte nutzen Schatten-KI für ihrer Recherche. Foto: Elnur/Smarterpix
Immer mehr Ärztinnen und Ärzte nutzen Schatten-KI für ihrer Recherche. Foto: Elnur/Smarterpix

Schatten-KI hat auch das Gesundheitswesen erreicht. 50 Prozent der für eine aktuelle Studie befragten Ärztinnen und Ärzte nutzen für ihre Recherche privaten KI-Tools wie ChatGPT und Co.

Für den „Digital Health Report 2026“ von Doctolib hat Marktforschungsinstitut YouGov 1.000 Patientinnen und Patienten , 414 Ärztinnen und und Ärzte sowie Medizinische Fachkräfte (MFA) befragt hat. Von den MFA recherchieren 30 Prozent mithilfe privater KI-Tools.

Schatten-KI-Einsatz: Es mangelt an zertifizierten Lösungen

Die Nutzung von Schatten-KI wirft Fragen auf: Denn immerhin 54 Prozent der Ärztinnen, Ärzte und MFA haben Bedenken bei Datenschutz und -sicherheit , wenn KI in der Praxis zum Einsatz kommt. 44 Prozent fürchten den Verlust persönlicher Kontrolle beim Einsatz von KI für Verwaltungsarbeit . Trotzdem nutzen viele die öffentlich verfügbaren Lösungen wie ChatGPT. Das zeigt einen hohen Bedarf an KI-Unterstützung. Allerdings fehlen bislang oftmals zertifizierte, datenschutzkonforme Alternativen oder sind nicht bekannt. 79 Prozent der Ärzte und MFA finden die Digitalisierung hilfreich. Sie betonen aber gleichzeitig, dass der menschliche Kontakt dabei im Mittelpunkt bleiben sollte. In Bezug auf KI zeigen sich jedoch Bedenken bei 60 Prozent der Ärztie und MFA. Sie fürchten, dass die medizinischen Aussagen von KI nicht korrekt sein könnten. Das gilt zum Beispiel bei Diagnosen. 29 Prozent nutzen KI im administrativen sowie medizinischen Bereich und sind zufrieden. 47 Prozent der Befragten vertrauen KI zwar nicht bei medizinischen Entscheidungen, aber im Bereich Administration. Auch hier ist es wichtig, dass KI-Tools der Compliance entsprechen und keine Schatten-KI verwendet wird.

Patienten unzufrieden mit Digitalisierung im Gesundheitswesen

Bei Patientinnen und Patienten ist die Unzufriedenheit in Bezug auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen hoch. Sieben von zehn kritisieren dem Report zufolge den langsamen Fortschritt. 63 Prozent bemängeln ungenutzte Potenziale, wodurch Deutschland im internationalen Vergleich zurückfalle. 64 Prozent der befragten Patientinnen und Patienten haben schon mindestens einmal auf einen Arzttermin verzichtet, weil die Praxis- oder Terminsuche zu schwierig war. 

Die meisten Patienten würden KI-Terminassistenten nutzen

Sofern sie ihr Leben erleichtert, sind Patientinnen und Patienten offen für KI. 72 Prozent würden einen KI-gestützten Assistenten bei der Terminvereinbarung nutzen. Bei organisatorischen Fragen würden 63 Prozent auf KI-Unterstützung zurückgreifen. Bereits etablierte digitale Services finden Anklang: 70 Prozent bewerten die Online-Terminbuchung als hilfreich, 67 Prozent das E-Rezept, 65 Prozent digitale Terminerinnerungen. 62 Prozent der Patientinnen und Patienten wünschen sich kürzere Wartezeiten auf Termine, 59 Prozent eine schnellere Praxis- und Terminsuche, 47 Prozent eine bessere Erreichbarkeit der Praxen. 65 Prozent der Patientinnen und Patienten würden Gesundheitsdaten mit einer KI teilen, wenn die Nutzung freiwillig ist und sie jederzeit widersprechen können. 59 Prozent wären dazu bereit, damit sich Mediziner vor einem Termin besser vorbereiten können.