Forschung Unternehmen

Center for Digital Health soll Expertise bündeln

m Center for Digital Health wollen die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen und das Universitätsklinikum Tübingen ihre strategischen Aktivitäten im Bereich Digitalisierung bündeln. Foto AndreyPopov/Smarterpix.com
Im Center for Digital Health wollen die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen und das Universitätsklinikum Tübingen ihre strategischen Aktivitäten im Bereich Digitalisierung bündeln. Foto AndreyPopov/Smarterpix.com

Mit dem Center for Digital Health wollen die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen und das Universitätsklinikum Tübingen ihre strategischen Aktivitäten im Bereich Digitalisierung in Forschung, Lehre und Krankenversorgung gemeinsam vorantreiben.

Das Center for Digital Health (CDH) will eine sichtbare, kliniknahe Struktur bieten die Expertise aus Medizin- und Bioinformatik, Data Science und Maschinellem Lernen zusammenführt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen dort Beratung und Unterstützung erhalten. Das CDH soll sich zentrale Anlaufstelle für digitale Gesundheitsforschung am Standort Tübingen etablieren. Es fördert interdisziplinäre, datengetriebene Projekte, und will bei methodischen, regulatorischen und infrastrukturellen Fragen unterstützen. Außerdem will das CDH die Rahmenbedingungen für die Analyse großer, heterogener Gesundheitsdaten schaffen. Ein besonderer Fokus liegt auf der kliniknahen Evaluation und der Translation digitaler Ansätze aus der Grundlagenforschung in die Versorgung.

Digitalisierung wichtig für künftige Leistungsfähigkeit

Bei der Eröffnung des Center for Digital Health betonte Prof. Dr. Jens Maschmann, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Tübingen, die Bedeutung der Digitalisierung für die zukünftige Leistungsfähigkeit der Universitätsmedizin. Seiner Einschätzung nach ist die Digitalisierung kein Selbstzweck. Sie sei vielmehr ein entscheidender Hebel, um Innovationen schneller aus der Forschung in die Versorgung zu bringen.

„Mit dem Center for Digital Health schaffen wir die Voraussetzungen, um große Gesundheitsdaten sicher, verantwortungsvoll und effizient zu nutzen“, so Dr. Konstantin Nikolaou, Prodekan für Digitalisierung und Ärztlicher Direktor der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. „So können wir innovative digitale Methoden systematisch in Forschung, Lehre und klinische Anwendung überführen.“

Leuchtturmprojekte im Center of Digital Health

Mehrere vorgestellte Leuchtturmprojekte zeigten exemplarisch für die Arbeit des CDH. So zum Beispiel die „Clinical Data Lake“. Dabei handelt es sich um eine zentrale, pseudonymisierte Datenplattform, die klinische Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammenführt. Sie soll die Grundlage für Forschungsvorhaben mit direktem Bezug zur Patientenversorgung bieten. Über Dashboards sind dabei auch grafische Analysen und das frühzeitige Erkennen von Entwicklungen im Klinikalltag möglich.

Bei „eyewire II“ handelt es sich um ein Projekt zur KI-gestützten Rekonstruktion von Netzhautgewebe auf Basis elektronenmikroskopischer Bilder. Das international beachtete Projekt verfügt über einen der größten Datensätze seiner Art. 

Das Center for Digital Health bietet auch digitale Lernformate. Dazu zählen etwa KI-gestützte Patientensimulationen, Virtual-Reality-Umgebungen und der Einsatz sozialer Robotik in der Aus- und Weiterbildung.