Wie Healthcare-Daten in die Cloud kommen

Symboldarstellung Cloud Computing
Wie sicher sind Klinikdaten in einer Cloud? (Foto: © Jakub Jirsák/fotolia.com)

Der kalifornische Spezialist Pure Storage rät, dass sich IT-Entscheider im Gesundheitswesen alle Vor- und Nachteile verschiedener Cloud-Optionen genauestens verdeutlichen sollten, um den besten Mix aus verschiedenen Infrastrukturen und Betriebsmodellen zu finden.

IT-Abteilungen im Gesundheitswesen sind meist konservativ eingestellt, was den Einsatz neuer Architekturen angeht. Es gibt viele Einwendungen und Fragen – insbesondere beim Thema Cloud: Sind unsere Daten sicher? Was passiert mit den klinischen Daten? Wer besitzt unsere Daten, wenn sie in der Cloud sind? Erfüllt die Plattform unsere HIPAA-Richtlinien und Compliance-Anforderungen? Die Eignung und der Nutzen der Cloud für die Healthcare-IT werden sehr sorgfältig geprüft und Cloud-Strategien lebhaft diskutiert.

Nach Einschätzung von Güner Aksoy, Regional Sales Director Central Europe bei Pure Storage, sind es verschiedene Aspekte, die IT-Entscheider im Gesundheitswesen derzeit beschäftigen. „Sie stehen vor der schwierigen Herausforderung, besonders sensible Daten wirksam zu schützen und zugleich bestmöglich verfügbar zu machen – und dies zu vertretbaren Kosten.“

Öffentlich? Privat? Hybrid? Die Hybrid-Cloud-Strategie ist nach Einschätzung des kalifornischen Storage-Spezialisten Pure Storage derzeit auf dem Vormarsch. Datenbanken sowie Latenz- und Performance-empfindliche Anwendungen, die eine hohe Bandbreite benötigen, verbleiben bevorzugt in Vor-Ort-Installationen, während die meisten sonstigen Anwendungen als besser geeignet scheinen, in der Cloud betrieben zu werden – als Erweiterung des eigenen Rechenzentrums.

„Cloud-first“-Strategie

SaaS-Anwendungen und die Nutzung von Plattformen wie Salesforce, Office365 und Workday setzen sich zunehmend durch. Einige IT-Entscheider machen bereits einen Bogen um Anbieter, die über kein Cloud-Angebot verfügen. Das geschieht teils sogar unabhängig von der Entscheidung, aktuell eine Anwendung vor Ort oder in der Cloud als SaaS bereitzustellen.

Da die Konsolidierung im Gesundheitswesen voranschreitet, spielen IT-Verantwortliche immer öfter eine wichtige Beraterrolle, wenn die Muttergesellschaft ihr Geschäftsportfolio durch spezialisierte IT-gestützte Aktivitäten erweitert. Dies kann beispielsweise so aussehen: Eine Klinik, die gastrointestinale Fähigkeiten hat und spezialisiert ist auf die neuesten Fortschritte in der Fluoroskopie, ist in der Lage, ihr Know-how als bezahlten Service für regionale Krankenhäuser und Kliniken bereitzustellen. Dies ermöglicht es einer größeren Organisation, einen festen Platz in regionalen Krankenhäusern und Kliniken einzunehmen und ebnet den Weg für die weitere Expansion und Akquisitionen. Spätestens dann aber geht es um viele Details, wie die Integration der elektronischen Patientenakten, den Zugang zu Röntgenbildern in den regionalen Kliniken und andere Fragen. Hier ist das Beratungswissen der IT-Abteilung gefragt.

Das Gesundheitswesen ist stark geprägt von physischer Infrastruktur für die Patientenversorgung. Aber müssen weiterhin immer größere Rechenzentren gebaut werden, um die Healthcare-IT-Workloads zu verwalten und zu betreiben? Oder können diese Aufgaben als Dienste in Anspruch genommen werden? Ist das Gesundheitswesen bereit für IT-as-a-Service? Können IT-Infrastrukturdienste in einer Weise konsumiert werden, die das genaue Gegenteil der ansonsten überwiegend physischen Infrastruktur in Kliniken ist?

Kapitalkosten vs. Betriebskosten

Einige Gesundheitseinrichtungen wählen eindeutig einen Schwerpunkt auf Kapitalkosten, während andere sich auf Betriebskosten konzentrieren. Die Gründe reichen von „Unser Finanzvorstand bevorzugt einen traditionelleren Abschreibungsplan für Sachanlagen“ bis hin zu „Um schlank und zeitgemäß zu wirtschaften, sind wir auf der Suche nach flexibleren Pay-per-Use-Modellen“.

Cloud, um Kosten zu sparen

Viele Führungskräfte agieren unter der Prämisse, dass die Cloud ihrer Organisation generell helfen kann, Kosten zu sparen, wenn eine 7-jährige TCO zugrunde gelegt wird. Es gibt jedoch einen Trend, dass die IT-Verantwortlichen sehr versiert und anspruchsvoll in Bezug auf die Validierung der richtigen Arten von Anwendungen und Workloads vorgehen, bevor Sie um die Entscheidung „Cloud gegen Vor-Ort-Rechenzentrum“ geht.

Keine Cloud, um Kosten zu sparen

Es gibt ebenso Entscheider in Sachen IT, die es vorziehen, weiterhin Kapitalkosten für den Ausbau ihrer Vor-Ort-Infrastruktur auszugeben, anstatt die offensichtlichen – und manchmal auch nicht erkannten – Zusatzkosten für die Cloud zu berappen. Zu den verborgenen Kosten der Cloud gehören Datenmigration und Zugangskosten sowie beispielsweise Workflow-Hindernisse beim Datenzugriff, die wiederum weitere Investitionen erforderlich machen können.

Migration zurück

Wenn durch Zusammenschlüsse neue Bereiche, Anwendungen und Plattformen unter einen organisatorischen Schirm vereint werden müssen, werden Workloads aus der Cloud zurückgeholt, um sie vor Ort zu betreiben. Standardisierung geht hier vor. Bestimmte Arbeitslasten und Anwendungen, insbesondere in einer konsolidierten Organisation, haben sich als besser geeignet für den Betrieb vor Ort erwiesen, statt in der Cloud als SaaS.

„Das Wachstum der Public Cloud-Anbieter ist beeindruckend und wird noch weiter zunehmen. Im Healthcare-Bereich gibt es einzelne sicherlich auch Bereiche, in denen die Public Cloud eine Option ist“, fasst Güner Aksoy abschließend zusammen. „Dennoch rate ich den IT-Entscheidern speziell im Gesundheitswesen sich alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Cloud-Optionen genau zu verdeutlichen, um den besten Mix aus den verschiedenen Infrastrukturen und Betriebsmodellen zu finden.“