Verbraucherschützer mahnen Fitness-App-Anbieter ab

Auch bei Sportlern sind Wearables- und Fitness-Apps beliebt. (Foto: LMproduction - Fotolia.com)

Fitness-App-Anbieter geben kaum Auskunft darüber, was mit den Daten der Nutzer geschieht. Das bemängelt jetzt die Verbraucherzentrale NRW nach einem Praxistest ihres „Marktwächter“-Teams. Wenn Nutzer von ihrem Recht auf Auskunft Gebrauch machen und aktiv beim Anbieter nachfragen, erhalten sie zumeist nur unzureichende Informationen, so das Fazit. Lediglich drei von zwölf Anbietern schickten angemessene Antwort darüber, welche Daten des Anwenders zu welchem Zweck gespeichert sind und wie diese weitergegeben werden. Die Verbraucherschützer haben deshalb sechs Anbieter abgemahnt. Bei den betroffenen Anbietern handelt es sich um Garmin, Fitbit, Technaxx, Jawbone, Striiv und Apple. Davon haben Garmin, Fitbit, Striiv und Technaxx bereits eine Unterlassungserklärung abgegeben, Jawbone ist mittlerweile insolvent. Apple wurde verklagt.

„Verbraucher, die bei der Wearable- und Fitness-App-Nutzung ihre eigenen Daten im Blick behalten möchten, haben kaum eine Chance. Selbst dann nicht, wenn sie Informationen direkt beim Anbieter einfordern. Damit wird die Kontrolle der eigenen Daten erschwert oder sogar vollständig blockiert“, sagt Ricarda Moll, Referentin im Marktwächter-Team Digitale Welt der Verbraucherzentrale NRW.  Zwar haben nach zwei Kontaktversuchen acht von zwölf Anbietern reagiert, jedoch waren nur drei der Antworten zufriedenstellend. Andere Reaktionen bestanden beispielsweise lediglich aus pauschalen Hinweisen zum Umgang mit den erhobenen Daten, ohne jedoch auf die konkreten Fragen der Nutzer einzugehen. Vier der zwölf Anbieter haben innerhalb der genannten Frist überhaupt nicht auf das Auskunftsersuchen der Nutzer reagiert. Die Verbraucherzentrale sieht in den ausbleibenden beziehungsweise unzureichenden Antworten der Anbieter Verstöße gegen geltendes Datenschutzrecht.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest . Sie hat sich 13 Wearables genauer angesehen und bei zwölf Modellen deutliche Mängel im Kleingedruckten der AGBs gefunden. Mit gut hat deshalb nur ein Modell mit gut abgeschnitten, die anderen waren befriedigend bis ausreichend.