Verbände wollen schneller digitale Angebote für Patienten

Verbände fordern einen Zugang zu digitalen Versorgungsangeboten für Patienten in der Regelversorgung. (Foto: Blue Planet Studio - Fotolia.com)

Einen schnelleren Zugang zu digitalen Versorgungsangeboten für Patienten fordern jetzt verschiedene Verbände der Gesundheitswirtschaft. In einem gemeinsamen Papier machen BIO Deutschland, Bitkom, bvitg, BVMed sowie SPECTARIS, VDGH, vfa und ZVEI nun Vorschläge für einen schnelleren Zugang von digitalen Versorgungsangeboten in die Regelversorgung . Die Verbände erwarten davon einen höheren Nutzen für die Patienten und verbesserte Behandlungsprozesse.

Neben den telemedizinischen Einsatzmöglichkeiten ist die Digitalisierung vor allem für Patienten mit chronischen und seltenen Erkrankungen nützlich, da sie zahlreiche Möglichkeiten zum Selbstmanagement bietet. Derzeit sind digitale Versorgungsangebote in Deutschland jedoch nur unzureichend in den Vergütungssystemen abgebildet, obwohl durch sie Behandlungsprozesse effizienter gestaltet und damit die Patientenversorgung verbessert werden könnten.

In dem branchenübergreifenden Diskussionspapier schlagen die Verbände vor, wie digitale Angebote schneller in die Versorgung gebracht werden könnte. Dadurch könnte allen Versicherten der gleiche Zugang zu digitalen Versorgungslösungen ermöglicht werden. Nach Ansicht der Verbände sollten adäquate Bewertungsverfahren für digitale Versorgungsangebote entwickelt und Beratungsangebote vorangebracht werden. So könnten Anbieter digitaler Versorgungsangebote verbindlich über Zugangsoptionen in das Erstattungssystem zu informiert werden. Erforderlich sei außerdem eine Vergütungssystematik, innerhalb derer sich digitale Versorgungsangebote auch sektorenübergreifend sachgerecht abbilden lassen. Auch rechtliche Vorschriften für die Nutzung digitaler Versorgungsangebote müssen an die Versorgungsrealität angepasst werden, so die Verbände.

Nationales eHealth-Zielbild erforderlich

Bereits seit Anfang 2018 setzen sich die acht Verbände aus vier Branchen der industriellen Gesundheitswirtschaft für die Entwicklung eines nationalen eHealth-Zielbilds und eine daraus abgeleitete eHealth-Strategie für Deutschland ein. Durch ein solches Zielbild könnten alle allen Beteiligten des Gesundheitssystems bei der Umsetzung des digitalen Wandels die notwendige Orientierung erhalten. Zudem soll es ihnen ermöglichen, konkrete Ziele zu definieren und zu erreichen.

Mitte 2018 hatten die Verbände dann die zentralen Herausforderungen der Digitalisierung des Gesundheitssystems aus ihrer Sicht formuliert. Eine wesentliche Herausforderung war dabei der Zugang und die Anwendung von digitalen Versorgungsprodukten für mehr Patientennutzen.