TÜV Rheinland: Smart Home krankt am Datenschutz

Grafische Darstellung: Smartphone steuert Haustechnik
Smart Home: Bei mangelnder Sicherheit können Hacker in die Alarmanlage eindringen (Foto: © Stockwerk-Fotodesign/fotolia.com)

Smart Home-Technologien helfen dabei, Energie zu sparen, schützen vor Einbrechern und ermöglichen es Senioren, länger in der eigenen Wohnung unabhängig zu bleiben. Fragen zum Datenschutz sorgen bislang aber dafür, dass sich Interessenten zurückhalten.

Wenn der Fernseher eingeschaltet wird, dimmt sich automatisch das Licht und die Jalousien gehen zu, damit die Sonne nicht blendet: Ein Smart Home ist mehr als ein intelligentes Gerät – es ist ein Haushalt, in dem die Geräte interagieren und zentral ferngesteuert werden können. Licht, Türen, Fenster und Heizung sind vernetzt und sorgen für ein gebündeltes Energiemanagement, Gebäudesicherheit und Komfort. Viele Anbieter haben bereits Komplettpakete im Sortiment, die auch für ältere Menschen mehr Selbständigkeit sorgen können: Bewohner sparen Wege und können Anstrengung vermeiden. Abgesehen vom Umgang mit einem Smartphone oder Tablet-PC, mit denen alle Funktionen gesteuert werden können, ist kein technisches Vorwissen nötig.

Angst vor Hackern

„Noch ist es ein relativ kleiner Markt, Prognosen sagen aber ein hohes Wachstum voraus“, erläutert Günter Martin, Internetexperte des TÜV Rheinland. Ein Grund, warum Smart Home in Deutschland bislang noch nicht so verbreitet ist, sind nach Einschätzung des TÜV-Spezialisten die möglichen Risiken und die Frage nach dem Datenschutz. Bei mangelnder Sicherheit können Hacker über das Internet zum Beispiel das Licht steuern oder sogar in die Alarmanlage eindringen. Verbraucher können sich aber absichern. „Das Wichtigste ist es, ein sicheres Passwort zu wählen und nicht das voreingestellte vom Anbieter beizubehalten“, so Martin.

Außerdem sollten Verbraucher sich vor dem Kauf informieren und die Datenschutzerklärung wenigstens auf Schlagwörter wie „Dritte“, „Dienstleister“, „Angebot“ oder „Werbung“ untersuchen, damit die persönlichen Informationen beim Anbieter sicher sind. Sollte es gar keine Datenschutzerklärung geben, rät der Internetexperte: „Finger weg!“ Wichtig ist auch, Updates zuzulassen und durchzuführen. Aktualisierungen bedeuten nicht, dass das Produkt schlecht ist, sondern dass der Hersteller seine Verantwortung wahrnimmt und Sicherheitslücken schließt.

Zukunft in den eigenen vier Wänden

Sind Verbraucher aufmerksam und wählen ein System aus, bei dem die Geräte bei Ausfall der Internetverbindung auch offline funktionieren, brauchen sie keine Bedenken zu haben. Sie können in ihren eigenen vier Wänden schon heute die Zukunft erleben. Zusätzlich zum gestiegenen Komfort können Bewohner von Energieeinsparungen, beispielsweise durch intelligente Heizungssysteme, profitieren und sind durch Anwesenheitssimulationen besser vor Einbrechern geschützt.