Telemedizin: Pflege mit einbeziehen

V.l.n.R.: Rainer Beckers, ZTG GmbH; Univ. Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, DGTelemed e. V.; Prof. Dr. med. Susanne Schwalen, Ärztekammer Nordrhein; Prof. Dr. med. Thomas H. Ittel, Uniklinik RWTH Aachen; Dr. Georg Kippels MdB, CDU/CSU-Bundestagsfraktion; Günter van Aalst, DGTelemed e. V.; Dr. med. Carsten König, Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein; Dr. phil. Michael Schwarzenau, Ärztekammer Westfalen-Lippe. (Foto: ZTG GmbH)

Die Digitalisierung der Pflege in Deutschland ist notwendig, um für künftige Herausforderungen gewappnet zu sein. Die 7. Frühjahrstagung Telemedizin stand unter dem Motto „Pflege in Deutschland: Gerüstet für die Zukunft?“. Rund 100 Besucher waren der Einladung der Veranstalter Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) und ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin nach Düsseldorf gefolgt.

Neben weiteren Diskutanten gaben Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Bundesministerium für Gesundheit und Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, und Dr. Georg Kippels, Bundestagsabgeordneter (CDU/CSU-Bundestagsfraktion), Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, wichtige Ansätze für den digitalen Ausbau der Pflegelandschaft in Deutschland vor. Die Pflege sollte nach Ansicht von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann von Anfang an in die Telemedizin mit einbezogen werden. „Mit den vorhandenen und noch zu entwickelnden digitalen Lösungen ermöglichen wir pflegebedürftigen Menschen eine qualitativ hochwertige medizinische Behandlung sowie darüber hinaus eine Entlastung der Arztpraxen und der Pflegeberufe“, sprach sich Laumann in einer Videobotschaft für die Förderung der Telemedizin in der Pflege aus.

Pflege an der Entwicklung beteiligen

„Die Uhr tickt für diese große Aufgabenstellung der Umsetzung der Telematikinfrastruktur. Systeme müssen interdisziplinär zusammenarbeiten und dafür einen Anreiz bekommen. Die Telematikinfrastruktur und die Telemedizin sind das Netz, das alle Leistungserbringer verbindet”, sagte der Bundestagsabgeordnete Dr. Georg Kippels. Staatssekretär Andreas Westerfellhaus betonte bei seinem Vortrag die Bedeutung vernetzter Kommunikation: „Ich halte die Anbindung an die Telematikinfrastruktur für die Pflege für dringend erforderlich. Pflegekräfte haben fast immer mit Schnittstellen in der Versorgung der Menschen zu tun. Umso wichtiger ist doch, dass die Pflege endlich vernünftig bei der Entwicklung telemedizinischer Anwendungen mitgedacht und beteiligt wird.“

Kommunikation für ganzheitliche Versorgung

„Wir brauchen im Interesse der ganzheitlichen Patientenversorgung eine sektor- und berufsgruppenübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit aller Akteure“, so  Günter van Aalst, stv. Vorstandsvorsitzender der DGTelemed und Vorstandsmitglied des Innovationszentrums Digitale Medizin an der Uniklinik RWTH Aachen. „Dafür müssen wir die digitalen und telemedizinische Potenziale neuer Information- und Kommunikationstechnologien nutzen, die Vernetzung der Akteure fördern und diese Möglichkeiten in die Versorgung implementieren“, so van Alst weiter. Nach Ansicht von Rainer Beckers, Vorstandsmitglied der DGTelemed und Geschäftsführer ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH muss die Digitalisierung des Gesundheitswesens mit dem Ziel einer umfassenden patientenorientierten Gesundheitsversorgung auch das Pflegewesen mit einbeziehen: „Da die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt, ist es notwendig, qualifizierte telemedizinische Anwendungen in den Versorgungsalltag zu integrieren. Wir engagieren uns dafür, dass telemedizinische Projekte konsequent evaluiert werden, um schnellstmöglich den Weg in die Regelversorgung zu bekommen“, so Beckers.