Telekom unterstützt Parkinsonbehandlung

Grafische Darstellung: Arzt und transparent darüber liegende Vitalwerte eines Patienten
Die Telekom erweitert ihre Telemedizin-Plattform um eine Anwendung zur Frühdiagnostik und Langzeitbetreuung von Parkinson-Patienten (Foto: Deutsche Telekom)

Die Frühdiagnostik und Langzeitbetreuung von Parkinson-Patienten kann auf der Telemedizin-Plattform der Telekom mit Hilfe der Anwendung „Teleneurologie Parkinson“ organisiert werden. Die Lösung des Telekom-Partners Inohelp wird erstmals auf der Fachmesse conhIT in Berlin gezeigt.

Die auf dem europaweit ersten offenen, überregionalen telemedizinischen Netzwerk CCS Telehealth Ostsachsen (THOS) basierende Telemedizin-Plattform der Telekom wird in Deutschland von immer mehr Beteiligten genutzt. Die Plattform ermöglicht es Patienten, Ärzten, Kliniken, Pflegekräften, Apotheken und Krankenkassen in einer bestimmten Region, Gesundheitswerte, Befunde, Medikamentengaben oder andere Informationen über ein speziell verschlüsseltes Datennetz auszutauschen.

Bei an Parkinson erkrankten Patienten kann mit Hilfe der neuen Lösung künftig neben dem Hausarzt oder Neurologen ein Teleneurologe die körperliche Untersuchung eines Patienten per Videosprechstunde verfolgen, Kollegen anleiten und den Patienten sowie seine Angehörigen befragen. „Mit THOS hat die Telekom einen wichtigen Meilenstein im Vergleich zu anderen gesetzt“, meint Inohelp-Geschäftsführer Eckhard Ball. „Es bedarf jetzt nur noch des einfachen Andockens innovativer Healthcare-Mehrwertdienste wie zum Beispiel unserer Parkinsonlösung, um den Menschen schneller und qualitativ hochwertiger helfen zu können.“ Arndt Lorenz, Geschäftsführer Telekom Healthcare Solutions, ergänzt: „Dafür benötigen die Teilnehmer kein neues, eigenes Netzwerk, da die Plattform zentrale Komponenten zur Verfügung stellt.” Wie breitgefächert die Anwendungsmöglichkeiten sind, zeigen beispielhaft zwei Projekte, die die Telekom auf der conhIT, der weltgrößten Gesundheits-IT-Fachmesse, vom 17. bis 19. April in Berlin vorstellt.

Verbesserte Schlaganfallnachsorge

Das „Schlaganfallversorgung Ost-Sachsen Netzwerk“ (SOS-NET) ermöglicht mit der Anwendung „Telestroke“ die sektorenübergreifende Versorgung von Schlaganfall-Patienten. Mit der seit Mitte 2015 eingesetzten Anwendung wird das Risiko eines erneuten Schlaganfalls verringert. Zertifizierte Casemanager aus dem Pflegebereich betreuen Schlaganfall-Patienten nach der Entlassung aus der Klinik im häuslichen Umfeld und nutzen die Plattform, um die ambulante Nachsorge anhand eines integrierten Betreuungspfades zu organisieren und zu dokumentieren. Zentrales Dokument ist der Schlaganfallpass. Bei Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Patienten können Fachärzte über die niedergelassenen Hausärzte andere Behandlungen oder Medikamentengaben veranlassen.

Leuchtturm-Telemedizinprojekt

In der europaweit einzigartigen Kooperation CCS Telehealth Ostsachsen arbeitet die Telekom Healthcare Solutions seit 2014 mit der Carus Consilium Sachsen GmbH (CCS), einer Tochter des Dresdner Universitätsklinikums, zusammen. Ziel ist es, Patienten vor allem in ländlichen und strukturschwachen Regionen mit geringer Arztdichte über Telemedizin besser zu versorgen. Im Rahmen dieser Kooperation wurde in dem gleichnamigen Projekt mit Strukturfondsmitteln der EU (EFRE) und Landesmitteln des Freistaates Sachsen die Telemedizin-Plattform THOS entwickelt und wird seit Ende 2015 zusammen mit der CCS betrieben.

Die ersten Anwendungsszenarien neben Telestroke waren Telecoaching und Telepathologie. Bei Telecoaching stehen Patienten mit Herzschwäche nach ihrem Klinikaufenthalt regelmäßig mit speziell geschulten Fachkräften über Videotelefonie in Verbindung. Zudem füllen sie online Fragebögen zu ihrem Gesundheitszustand aus und informieren sich über die Lebensführung mit ihrer Krankheit. Dabei können auch unterstützende Lernvideos eingesetzt werden. Mit der Telepathologie können Ärzte und Kliniken digital erfasste Gewebeproben an Partnerkliniken für einen zweiten Befund übermitteln.

Weitere Anwendungen wie zum Beispiel zur Antibiotikatherapie, Psycho-Onkologie und Netzwerkprojekte zu verschiedenen medizinischen Themen werden derzeit entwickelt oder stehen kurz vor Integration auf die THOS-Plattform.