Start-up produziert Sportnahrung aus Insekten

Insekten-Snackriegel von Swarm
Insekten-Snackriegel von Swarm: Hochwertige Proteinquelle, die alle essentiellen Aminosäuren beinhaltet. (Foto: Swarm)

Das Start-up „Swarm Protein“, will als erstes Unternehmen in Deutschland Proteinriegel aus gemahlenen Insekten auf den Sportnahrungsmarkt bringen. Unterstützt werden die Rheinländer vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB).

Das vom „EXIST“-Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützte Gründungsprojekt der Deutschen Sporthochschule will als erstes Unternehmen in Deutschland einen Protein-Snack aus gemahlenen Grillen produzieren.

Vorbild ist die Schweiz: Dort trat am 1. Mai 2017 ein Gesetz in Kraft, das Grillen, Wanderheuschrecken und Mehlwürmer im Supermarkt erlaubt. Nun will Swarm Protein den deutschen Markt überzeugen, dass die sechsbeinigen Krabbler eine perfekte Proteinquelle und ein nachhaltiger Ersatz für Fleisch oder Molke sind. „Insbesondere Sportlerinnen und Sportler können sich mit den Insektenriegeln schnell neue Energie zuführen und ihre Muskeln aufbauen – und das auf einfache, nachhaltige und leckere Weise“, sagt Dr. Christopher Zeppenfeld, einer der beiden Firmengründer von Swarm.

Team des Kölner Startups Swarm: Timo Bäcker, Daniela Falkner, Christopher Zeppenfeld (Foto: Tim Hartmann)

Fünfstellige Summe für Sportnahrung

Gemeinsam mit Partner Timo Bäcker und der Ernährungs- und Sportwissenschaftlerin Daniela Falkner entwickelten sie die Protein Riegel in den Geschmacksrichtungen „Red Berries“, „Chia Hazelnut“ und „Raw Cacao“.

Unterstützung für Ihre Pläne fanden die Jungunternehmer von der Deutschen Sporthochschule in Köln (Professor Ingo Froböse) und dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie in Potsdam. Ab August 2016 wurde Swarm Protein ein Jahr lang gefördert durch das EXIST-Gründerstipendium vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Europäischen Sozialfonds. Der Gewinn mehrerer namhafter, bundesweiter Businessplanwettbewerbe spülte zudem eine fünfstellige Summe in die Kasse des Start-ups.

Weniger Treibhausgase

Ist die häufig anerzogene Ekelschwelle einmal überschritten, spricht kaum etwas gegen den Verzehr von Grillen. So stellt die Grille eine hochwertige Proteinquelle dar, die alle essentiellen Aminosäuren beinhaltet. Die Riegel enthalten zudem viele Ballaststoffe und sind reich an Mikronährstoffen, wie beispielsweise Vitamin B12.

Bei der Aufzucht benötigen Grillen im Vergleich zur Rinderzucht nur etwa acht Prozent des Futters und zwei Prozent des Wassers. Sie produzieren weniger als ein Prozent der Treibhausgase.

Um die erste Charge der Riegel zu finanzieren, startet Swarm eine Crowdfunding-Kampagne. Unterstützer des Projekts bekommen die ersten Riegel zugesandt.