Roboter tragen Fußball-WM aus

Roboter spielen Fußball
Bei der RoboCup German Open 2019 holte B-Human bereits den Titel (Foto: © Tim Laue, Universität Bremen)

Nach der Frauenfußball-WM und der U21-Europameisterschaft beginnt in Sydney jetzt die RoboCup WM 2019. Hier spielen Fußballroboter um den Weltmeisterpokal. Das deutsche Team „B-Human“ zählt zu den Top-Favoriten.

Roboter tragen eine Fußball-Weltmeisterschaft aus. Das ist längst nicht mehr Science Fiction: B-Human – das gemeinsame Team der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) – ist das erfolgreichste Team in der RoboCup Standard Platform League. Vom 2. bis zum 8. Juli 2019 kämpft der amtierende deutsche Meister und Vize-Weltmeister bei der WM 2019 in Australien darum, den Weltpokal im Roboterfußball zurück an die Weser zu bringen.

Neue „Mannschaft“

In diesem Jahr kommt erstmals eine neue Roboter-Version zum Einsatz: der NAO V6. Seine Rechenleistung ist um ein Vielfaches höher als bei seinem Vorgänger und ermöglicht die Ausführung besonders anspruchsvoller Algorithmen. Denn für einen Sieg ist die Software entscheidend, die jedes Team selbst entwickelt.

Das erklärte Ziel des RoboCup ist es, sich den Regeln des menschlichen Fußballs immer weiter anzunähern. Die Spielabläufe werden immer anspruchsvoller und erfordern immer neue, an die Komplexität angepasste Algorithmen. So finden die Turniere beispielsweise nicht mehr in fensterlosen Messehallen unter konstantem Kunstlicht statt, sondern bevorzugt in der Nähe großer Fensterfronten und somit unter sich ändernden Lichtverhältnissen.

Deep Learning-Technologie im Einsatz

Um diese für die maschinelle Bildverarbeitung schwierigen Bedingungen zu meistern, setzt B-Human verstärkt auf Methoden des Deep Learning. Die wissenschaftlichen Arbeiten hierzu stellt das Bremer Team bei dem an die Weltmeisterschaft anschließenden RoboCup Symposium vor.

Neben den eigentlichen Wettbewerbsspielen tritt B-Human zusätzlich in der sogenannten Technical Challenge an. In diesem Jahr geht es darum, den Schiedsrichterpfiff korrekt und möglichst schnell räumlich zu orten. Zudem zeigen die Bremer, wie zwei NAOs einen Teamkollegen mit „verbundenen Augen“ – also verdeckten Kameras – leiten.

„B-Human spielt schon seit Jahren auf konstant hohem Niveau und ist bereits sechsmal Weltmeister geworden“, sagt Dr. Roland Drewinski, Leiter Marketing bei Contact Software. „Wir drücken die Daumen, dass dies auch 2019 klappt.“ Der Softwarespezialist fördert das deutsche Roboterteam bei der RoboCup WM 2019.