Patientendaten smart und sicher nutzen

Wie sich Patientendaten sicher und effizient nutzen lassen, erforschen Wissenschaftler im HMSP. (Foto: zabanski - Fotolia.com)

Wie sich Patientendaten sicher und gleichzeitig effizient verarbeiten lassen, erforschen nun sechs Helmholtz-Zentren, darunter auch das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). Dabei sollen das Wohl der Patienten und der Schutz ihrer Privatsphäre im Fokus stehen.

Im „Helmholtz Medical Security, Privacy and AI Research Center“ (HMSP)  arbeiten jetzt Wissenschaftler aus den Bereichen IT-Sicherheit, Datenschutz, Künstliche Intelligenz und Medizin zusammen. Gemeinsam sollen sie zum Beispiel Lösungen für die individualisierte Medizin entwickeln.

Personalisierte Medizin bietet Patienten vielversprechende Chancen auf neuartige, exakt auf sie zugeschnittene Behandlungsmethoden. Darüber hinaus ist sie – angetrieben durch die rasanten Entwicklungen bei der Künstlichen Intelligenz (KI) – ein stark wachsender Markt. Damit ist personalisierte Medizin auch ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Um diese Chancen zu nutzen, muss ein sicherer Umgang mit den dafür notwendigen Patientendaten gewährleistet sein. An diesem Ziel arbeitet das HMSP.

Sichere Anwendungen für personalisierte Medizin

„Die Digitalisierung in der Medizin birgt große Chancen. Sie erfordert aber auch Vertrauen. Sind meine Daten sicher? Diese Frage stellen sich die Menschen gerade bei hochsensiblen Daten wie medizinischen Befunden. Wenn wir die Chancen gerade der personalisierten Medizin nutzen wollen, müssen wir die Vertraulichkeit von Daten sicherstellen“, sagt Bundesforschungsministerin Karliczek. Der Bund finanziert die Helmholtz-Gemeinschaft zu 90 Prozent. Im Helmholtz Medical Security, Privacy and AI Research Center sollen Forscher aus Informatik und Medizin sichere Anwendungen für die personalisierte Medizin entwickeln.

Analyse verschlüsselter Patientendaten

„Das Sammeln, Analysieren und Weiterentwickeln dieser riesigen medizinischen Datenbestände ermöglicht Forschern nie dagewesene Einsichten und eröffnet neue Wege. Dies in einer vertrauenswürdigen, sicheren und effizienten Weise zu tun, erfordert gänzlich neue Methoden und interdisziplinäre Spitzenforschung“, sagt Professor Michael Backes, Gründungsdirektor des CISPA – Helmholtz Center for Information Security und Sprecher des HMSP. Dank neuartiger, am CISPA entwickelter Verfahren beispielsweise zukünftig eine effiziente Analyse und Verarbeitung von Patientendaten im verschlüsselten Zustand möglich werden. „Dadurch stellen wir einerseits die Privatheit dieser hochsensiblen Informationen sicher und eröffnen Forschenden andererseits den essenziellen Datenzugang zur Weiterentwicklung der personalisierten Medizin“, so Prof. Backes.

Verstärkt in Richtung Zukunft

Bereits seit Herbst 2018 arbeitet das CISPA bereits mit den Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) im Rahmen des HMSP zusammen. Nun haben sich ihnen vier weitere Helmholtz-Zentren angeschlossen. Dabei handelt es sich um das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU).