Helmholtz investiert in Künstliche Intelligenz

11,4 Millionen Euro jährlich fließen künftig in die Helmholtz Artificial Intelligence Cooperation Unit
11,4 Millionen Euro jährlich fließen künftig in die Helmholtz Artificial Intelligence Cooperation Unit (Foto: © sdecoret/fotolia.com)

Für die Analyse komplexer Daten von der Gesundheits- bis zur Klimaforschung baut die Helmholtz-Gemeinschaft ab sofort sechs Einheiten für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen auf. Dazu investiert die größte deutsche Forschungsorganisation dauerhaft 11,4 Millionen Euro jährlich.

Mit der Helmholtz Artificial Intelligence Cooperation Unit (HAICU) baut die Helmholtz-Gemeinschaft ein zukunftsweisendes Netzwerk für angewandte Künstliche Intelligenz auf. HAICU wird Verfahren der Künstlichen Intelligenz beispielsweise für die Analyse komplexer Systeme in den Bereichen Gesundheit, Klima, Energie oder Verkehr entwickeln, umsetzen und verbreiten. Dafür stellt die größte deutsche Forschungsorganisation dauerhaft 11,4 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. HAICU wird aus einer international sichtbaren, zentralen Einheit (HAICU central) und fünf weiteren Forschungsbereichs-spezifischen Einheiten an weiteren Helmholtz-Zentren (HAICU local) bestehen. Die Auswahl der Einheiten hat ein internationales Panel in einem wettbewerblichen und wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahren getroffen.

Helmholtz Zentrum München federführend

HAICUs zentrale Einheit ist ab sofort am Helmholtz Zentrum München (HMGU) verortet und besteht aus mehreren Forschungsgruppen sowie einem wissenschaftlichen Unterstützungsteam. „Die Münchner Forscherinnen und Forscher haben sich von Anfang an für den Aufbau von HAICU eingesetzt. Spitzenleistungen im Bereich angewandte KI und Maschinelles Lernen zeichnen das Helmholtz Zentrum München für eine zentrale Rolle im Verbund aus“, sagt der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Otmar D. Wiestler. Das HMGU ist ein führendes Zentrum im Bereich Maschinelles Lernen in der Gesundheitsforschung und Bioinformatik und treibt die Forschung in den Bereichen Biologie, Biomedizin und Digitale Gesundheit voran. Die Münchner Wissenschaftler befassen sich seit über zehn Jahren mit der Entwicklung, Erweiterung und Anwendung von Methoden der KI. Zudem engagieren sie sich für die interdisziplinären Aspekte der KI, die für die gesamte Helmholtz-Gemeinschaft relevant sind. 

Fünf lokale Einheiten von HAICU werden an weiteren Helmholtz-Zentren angesiedelt sein. So sind alle sechs Forschungsbereiche der Helmholtz-Gemeinschaft vertreten: Sie bestehen jeweils aus einer vollausgestatteten Nachwuchsgruppe und einem Unterstützungsteam und werden dicht an den Helmholtz-relevanten Anwendungen forschen, Methoden für den Einsatz in die Forschungsdomänen spezifizieren und dafür eng mit dem gesamten HAICU-Netzwerk zusammenarbeiten. Die lokalen Einheiten von HAICU sind an folgenden Helmholtz-Zentren verortet: Karlsruher Institut für Technologie, Forschungszentrum Jülich, Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Helmholtz strebt mit HAICU eine internationale Führungsposition in der angewandten KI an, indem sie diese mit einzigartigen Forschungsfragen und Datensätzen kombiniert. HAICU soll neue KI-Methoden entwickeln und implementieren, die durch konkrete Forschungsfragen motiviert sind und diese in Anwendungsfällen über mehrere Helmholtz-Zentren hinweg verwenden. HAICU wird außerdem KI-Methoden für Nutzer in den verschiedenen Zentren anwendbar machen, neue Methoden in diesem Bereich verbreiten und Synergien zwischen Anwendungen über institutionelle Grenzen hinweg erzielen.