Parkinson: Mini-Computer für Patienten-Arzt-Austausch

Ein europaweites Projekt will die Betreuung von Parkinson-Patienten in der späten Krankheitsphase verbessern. (Foto: Chinnapong - Fotolia.com)

Ein Mini-Computer soll künftig den Austausch zwischen Parkinson-Patienten und ihrem Arzt erleichtern. Denn vor allem in der späten Krankheitsphase können Bewegungseinschränkungen die Autonomie dieser Patienten erschweren. Das beeinflusst nicht nur den Kontakt zum sozialen Umfeld. Auch der Austausch zum behandelnden Arzt nimmt häufig ab. Diese soziale Isolation will das Projekt „PD_Pal“ mittels heimbasierter Unterstützung und neuer Technologien durchbrechen.

An dem Projekt ist auch die Philipps-Universität Marburg beteiligt. Forschende aus sechs europäischen Ländern nutzen dafür unter anderem Wearables, also am Körper tragbare Mini-Computer. Zusätzlich kommen Ansätze der Telemedizin zum Einsatz. Die Europäische Union fördert das Projekt mit insgesamt vier Millionen Euro. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Umfassende Betreuung zuhause

Das Projekt „PD_Pal“ will insbesondere für das späte Stadium der Parkinson-Erkrankung neue Behandlungsstandards setzen. Die Bewegungen und kognitiven Funktionen der Patienten sollen auch zu Hause erfasst werden können. Das geschieht mit dem so „PD_Managers“. Die Patienten tragen diesen Mini-Computer ähnlich wie ein Fitnessarmband oder eine Smartwatch am Körper, wo er wichtige Körperfunktionen überwacht. Die so erfassten Daten werden dann telemedizinisch mit den behandelnden Ärzten ausgewertet.

Darüber betreuen fortgebildete Parkinson-Palliativpflegekräfte, sogenannte „Parkinson-Nurses“, die Patienten zuhause. Diese Pflegekräfte sind zur Komplexität der Erkrankung und damit verbundener, möglicher Problemsituationen geschult. Dadurch können sie die Patienten gemeinsam mit den Ärzten vor Ort betreuen, aber auch beratende Gespräche zu Entscheidungen am Lebensende führen.

Machbarkeitsstudie in Marburg

Die italienische Universität Padua leitet das Projekt. Neben der Philipps-Universität Marburg sind das King’s College London und das University College London, die Radboud-Universität Nijmegen, die Universität Ioannina, die Estnische Gesellschaft für Bewegungsstörungen und die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg am Projekt beteiligt. „Wir haben durch dieses europaweite Projekt die Möglichkeit, mit unseren internationalen Kooperationspartnern Kräfte zu bündeln, um die Versorgung von kritisch kranken, oft sehr komplexen Patientinnen und Patienten zu verbessern“, sagt Prof. Dr. Lars Timmermann vom Fachbereich Medizin der Philipps-Universität. In Marburg wird im Rahmen des Projektes https://www.pdpal.eu/eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, an der 25 Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Krankheit in der palliativen Krankheitsphase beteiligt sind.