Asklepios übernimmt Minddistrict

Minddistrict: Die webbasierte Plattform zur Betreuung psychiatrischer Patienten soll im Zuge der Übernahme durch Asklepios zu einem marktführenden Angebot ausgebaut werden. (Foto: © andranik123/fotolia.com)

Die Klinik-Gruppe Asklepios hat den niederländischen E-Health-Anbieter Minddistrict übernommen. Asklepios will die psychologische Online-Therapie von Minddistrict zu einem europaweit führenden Angebot ausbauen.

Minddistrict wurde im Jahr 2008 gegründet und ist eine E-Mental-Health-Plattform mit einem breiten Produktkatalog an Online-Modulen, Tagebüchern und Fragebögen. Psychotherapeutische Einrichtungen nutzen die Plattform und den Katalog zur Behandlung oder Begleitung ihrer Patienten. Minddistrict verfügt über jahrelange Erfahrung mit der Entwicklung und Implementierung von E-Mental-Health und gilt in diesem Bereich als Marktführer in Europa. Der geschäftliche Schwerpunkt befindet sich aktuell in den Niederlanden.

Asklepios verfolgt im Zuge der Übernahme nun das Ziel, Minddistrict zusammen mit anderen Anbietern auch in Deutschland zu einem führenden Anbieter zu machen. Ziel ist eine verbesserte Betreuung psychiatrischer Patienten. Die webbasierte Plattform von Minddistrict adressiert als Whitelabel-Lösung alle Kliniken und ambulanten Einrichtungen in Deutschland wie auch in anderen Teilen Europas sowie auch niedergelassene Psychologen und Psychotherapeuten, die ihre Therapieansätze mithilfe des E-Health-Angebots digital ergänzen wollen.

Zukünftige Auslandsexpansion

„Asklepios deckt im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie zunehmend auch die Vor- und Nachsorge von Patienten mit psychischen Erkrankungen oder Problemen im Bereich der seelischen Gesundheit ab. Gleichzeitig wächst unser Konzern entlang der Wertschöpfungskette, wenn wir etablierte Anbieter aus dem Bereich E-Mental-Health wie jetzt Minddistrict oder vor kurzem die EAP-Anbieter wie Talingo und Insite übernehmen“, erläutert der Asklepios-Vorstandsvorsitzende Kai Hankeln die Beweggründe des Konzerns. „Minddistrict mit seiner Marktführerschaft in den Niederlanden ist dabei ein erster Schritt für eine zukünftige Auslandsexpansion in diesem Bereich. Parallel suchen wir auch andere Klinikträger, die gemeinsam mit uns die Produkte weiterentwickeln, um in Deutschland entsprechende Standards zu setzen“.

Aktuell ist die ergänzende Online-Therapie auf Basis der Minddistrict-Module bereits in den Asklepios Kliniken Brandenburg, Göttingen, Harburg, Lübben, Nord, Stadtroda und Teupitz im Einsatz. Jetzt ist die Einführung in allen psychiatrischen Einrichtungen der bundesweit agierenden Klinikgruppe geplant. Minddistrict wird damit künftig in allen stationären, tagesklinischen und ambulanten Asklepios-Einrichtungen angeboten.

Minddistrict setzt auf E-Health

Patienten mit Depressionen, Angststörungen, chronischen Schmerzen, Arbeitsstress oder Schlafstörungen können – etwa in den Asklepios-Klimniken – im Rahmen einer psychiatrischen Therapie eine Online-Therapie als ergänzendes Angebot in Anspruch nehmen. Mit der webbasierten Plattform oder der Minddistrict-App können sie ihre Behandlung ohne finanzielle Eigenbeteiligung und auf freiwilliger Basis zu Hause am PC oder unterwegs auf dem Mobilgerät ergänzen. Die Patienten können die wissenschaftlich geprüften Online-Interventionen nutzen, um ihren Therapieerfolg zu festigen, gelernte Inhalte im Alltag zu erproben oder digitale Tagebücher zu führen. Das kann begleitet durch einen Therapeuten geschehen, oder auch unabhängig von einer Therapie im Sinne eines verbesserten Umgangs mit der Erkrankung, oder um Denkanstöße für eine Verhaltensänderung zu bekommen. Ziel des Einsatzes der Online-Plattform und der Module ist es, dass die Patienten selbstbestimmt an ihrer Besserung arbeiten und ihr Rückfallrisiko senken.

Hintergrund: Die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA verfügt bundesweit über rund 160 Gesundheitseinrichtungen, darunter Akutkrankenhäuser aller Versorgungsstufen, Fachkliniken, psychiatrische und forensische Einrichtungen, Rehakliniken, Pflegeheime und Medizinische Versorgungszentren. Im Geschäftsjahr 2017 wurden 2,3 Millionen Patienten behandelt und mehr als 47.000 Mitarbeiter beschäftigt.