Nierentransplantation: Telemedizinisches Nachsorgeprojekt gestartet

Der Nutzen der App MyTherapy für die Nachsorge von Patienten mit einer Spenderniere wird jetzt an der Charité in Berlin getestet (Foto: Smartpatient GmbH).

Ihre gemeinsame Forschungsarbeit haben Nephrologen der Charité und die MyTherapy App nun erweitert. Ziel ist es, Patienten mit einer Spenderniere ein telemedizinisches Nachsorgeangebot bieten zu können. Ein entsprechendes Pilotprojekt ist jetzt gestartet.

Die App MyTherapy soll den Patienten dabei helfen, ihren Therapiealltag zu organisieren und den Verlauf der Therapie nachvollziehen zu können. Besonders Patienten mit einer transplantierten Niere müssen auf die korrekte Einnahme ihrer Medikamente achten. Geraden hier ist die Gefahr einer Komplikation groß: „Jede sechste Niere wird wegen mangelnder Adhärenz abgestoßen“, sagt Prof. Dr. Klemens Budde, kommissarischer Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie an der Charité und Leiter des Projekts. Aufbauend auf den positiven Studienergebnissen von MyTherapy in einer Pilotstudie mit geriatrischen Patienten gehe man davon aus, dass die App zu einer Verbesserung der Transplantationsnachsorge führen könne.

Telemedizinische Unterstützung für ein halbes Jahr

Seit dem ersten August werden in der Klinik für Nephrologie zunächst 100 Patienten mit einer Spenderniere über einen Zeitraum von sechs Monaten MyTherapy nutzen. Die App ist sowohl für Android-Smartphones als auch für Apples iOS-basierte Geräte erhältlich. Sie soll die Patienten bei der korrekten und pünktlichen Einnahme ihrer Medikamente, beim Erfassen von Gewicht und Blutdruck sowie bei der Organisation des Therapiealltags unterstützen. Nach dem Abschluss des Zeitraums evaluieren die Ärzte der Charité die Wirksamkeit von MyTherapy im Vergleich zu einer gleich großen Kontrollgruppe. Die Ergebnisse der Studie sollen im kommenden Jahr auf dem Kongress für Nephrologie vorgestellt werden.