Neurostimulator für Parkinson-Patienten

Percept PC Neurostimulator-System
Percept PC Neurostimulator-System: Aufzeichnung patientenindividueller Gehirnsignaldaten auch außerhalb der Klinik möglich (Foto: Medtronic GmbH)

Mit Hilfe einer neuartigen Technologie können Gehirnsignale von Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie Parkinson besser erfasst und aufgezeichnet werden. Erstmals wurde jetzt ein Gerät für die Tiefe Hirnstimulation (THS) in der Europäischen Union zugelassen.

Das irische Medizintechnik-Unternehmen Medtronic hat die CE-Kennzeichnung für den Percept PC Neurostimulator erhalten. Es ist das einzige System für die Tiefe Hirnstimulation (THS), das mit der sogenannten BrainSense-Technologie in der Europäischen Union (EU) eingeführt wird. Die BrainSense-Technologie kann Gehirnsignale von Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie Parkinson erfassen und aufzeichnen. 

Den behandelnden Ärzten wird es dadurch ermöglicht, patientenindividuelle Gehirnsignale zu verfolgen. Diese können mit vom Patienten selbst aufgezeichneten Ereignissen, wie Symptomen oder Nebenwirkungen im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung oder den Medikationen, in Zusammenhang gebracht werden, um sie zu behandeln. Dies ermöglicht eine personalisierte, datengesteuerte Neurostimulations-Therapie.

FDA prüft noch

Der Percept PC Neurostimulator ist jetzt in der EU für die Symptombehandlung im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit, essentiellem Tremor, primärer Dystonie sowie Epilepsie und Zwangsstörungen zugelassen. Für die Zulassung in den USA wird er derzeit von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA) geprüft.

„Die Tiefe Hirnstimulation verbessert nachweislich die motorische Funktion bei Parkinson-Patienten im Vergleich zur alleinigen Standardmedikation. Mit den derzeit verfügbaren Systemen müssen Ärzte allerdings therapeutische Entscheidungen treffen, die hauptsächlich auf klinischen Bewertungen und auf den Angaben der Patienten beruhen“, verdeutlicht Professorin Andrea Kühn, Leiterin der Sektion Bewegungsstörungen und Neuromodulation am Universitätsklinikum Charité in Berlin, die Problematik. Die neue Lösung könne diese Vorgehensweise nachhaltig verändern. „Patienten und ihre Behandlungsteams können objektive patientenindividuelle Gehirnsignaldaten erhalten, die auch außerhalb der Klinik im Patientenalltag aufgezeichnet werden. Basierend auf den Daten der neuronalen Aktivität können Ärzte mit dieser Technologie zukünftig die Behandlung genauer auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Patienten abstimmen.“

Unterstützende Behandlung für neurologische Störungen

Die THS-Behandlung verwendet ein chirurgisch implantiertes medizinisches Gerät, ähnlich einem Herzschrittmacher, um präzise festgelegte Bereiche im Gehirn elektrisch zu stimulieren. Dies dient als unterstützende Behandlung für mehrere neurologische Störungen. 

Medtronic war eigenen Angaben zufolge das erste Unternehmen, das Patienten bedingt Ganzkörper-MRT-taugliche THS-Systeme anbot. Seit 1987 wurden weltweit mehr als 150.000 THS-Geräte von Medtronic für Bewegungsstörungen und andere Indikationen implantiert.

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