Krankenkassen starten „Healthy Hub“

Gaben den Startschuss zum „Healthy Hub“ (von links): Prof. Dr. Jörg Loth (Vorstand IKK Südwest), Peter Kaetsch (Vorstandsvorsitzender BIG direkt gesund), Torsten Kafka (Stellvertreter des Vorstands der HEK), Dr. Gertrud Demmler (Mitglied des Vorstands der Siemens Betriebskrankenkasse SBK), Dr. Elmar Waldschmitt (Geschäftsführer Healthy Hub) und Winfried Baumgärtner (Vorstand der mhplus Betriebskrankenkasse). (Foto: Healthy Hub)

In einem Gemeinschaftsprojekt wollen fünf gesetzliche Krankenkassen Start-ups den Weg in den ersten Gesundheitsmarkt mit mehr als 70 Millionen Versicherten ebnen. Dazu haben die Kassen den so genannten „Healthy Hub“ gegründet. Mit Hilfe dieser Plattform sollen Start-ups ihre Produkte künftig im Umfeld der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) testen können. Gleichzeitig sollen Versicherte schnellen Zugang zu innovativen, digitalen Versorgungsangebote erhalten.

„Es ist sozusagen eine Win-Win-Win-Situation für alle Seiten“, sagt Dr. Elmar Waldschmitt, Geschäftsführer vom „Healthy Hub“ und Leiter Unternehmensentwicklung bei BIG direkt gesund. „Gemeinsam mit der mhplus Betriebskrankenkasse, der Hanseatischen Krankenkasse (HEK), der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK und der IKK Südwest suchen wir nach endkundenorientierten Lösungen aus dem Digital-Health-Bereich sowie Start-ups, die für ihre Angebote eine Erstattung durch die Krankenkassen anstreben“, erläutert der Geschäftsführer.

Ausgewählte Start-Ups erhalten mit dem Angebot die Möglichkeit, ihr Produkt auf dem GKV-Markt unter dann unter realen Bedingungen zu testen. Dazu öffnen ihnen die Krankenkassen im ersten Schritt den Zugang zu rund drei Millionen Versicherten der verschiedenen Kassenarten. Das sei bislang einzigartig, wie Dr. Waldschmitt betont. Basis dafür ist ein geeignetes Kooperations- und Vertragsmodell für die GKV. Dafür beraten die Kassen die jungen Unternehmen rechtlich in der hochkomplexen Gesetzeslage des Sozialgesetzbuches V (SGB V).

Geld verdienen in der „Healthy Hub“-Testphase

Bereits im Testzeitraum übernehmen die Kassen die Leistungskosten für die Produkte der Start-ups. „Die jungen Unternehmen können also während des Markttests mit uns schon Geld verdienen“, so Dr. Waldschmitt. Außerdem führen die Hub-Kassen eine Evaluation des Markttests durch. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass wir am Ende Produkte vorweisen können, die in einem realen Markttest bewiesen haben, dass sie in der GKV funktionieren“, erläutert der „Healthy Hub”-Geschäftsführer.  Dies könnte einem Start-up zum Durchbruch im GKV-Markt verhelfen. „Wir bieten direkte Ansprechpartner und kurze Wege“, verspricht Waldschmitt. Zudem erhalten die Start-ups erhalten Zugang zum Netzwerk der Kassen, zu Leistungserbringern wie Ärzten und Krankenhäusern sowie anderen jungen Unternehmen.

Bewerbungsfrist läuft

Interessierte Start-ups können sich vom 5. Oktober bis 5. Dezember 2017 können sich Start-ups auf der Website des Hub bewerben. Eine Jury aus Vertretern der Kassen sichtet die Bewerbungen, dann erfolgt bei einer überzeugenden Bewerbung eine Einladung zu einem Pitch. „Nach dem Pitch können die Teilnehmer eine schnelle Entscheidung erwarten“, verspricht Waldschmitt.

Langfristige Zusammenarbeit möglich

Während der Testphase arbeitet je eine Krankenkasse wird mit einem Start-up zusammen. Der Markttest dauert ein Jahr. Hat sich das Projekt in diesem Jahr im operativen Geschäft bewährt, kann eine längerfristige Zusammenarbeit in die Wege geleitet werden. „Den Start-ups steht nach der erfolgreichen Pilotphase die Tür zur gesamtem GKV-Welt offen. Sie müssen zu keinem Zeitpunkt einen Exklusivvertrag mit einer einzelnen Hub-Kasse schließen“, so der Geschäftsführer. Zudem können die ausgewählten Start-ups von ihren jeweiligen Standorten aus agieren, ein Umzug zum Hub-Standort Berlin ist nicht notwendig. „Wir wollen mit unserem „Healthy Hub“ der eher schwerfälligen Digitalisierung im Gesundheitsbereich Schwung verleihen“, sagt Waldschmitt. Er hofft darauf, dass viele jungen Unternehmen die Chance nutzen und sich beim „Healthy Hub“ bewerben.