Intelligente Rettung im Smart Home wird erforscht

CO Melder auf einem Plan
CO-Melder: Smart Home-Technik soll schützende Maßnahmen automatisiert ergreifen (Foto: © maho/fotolia.com)

Intelligente Rettung im Smart Home – kurz: IRiS –  erforscht die Nutzung von Smart Home-Technik zur Unterstützung der zivilen Gefahrenabwehr bei der Menschenrettung und Brandbekämpfung in Wohnhäusern. Die durch vernetzte Geräte und Haustechnik generierten Daten könnten Einsatzkräfte künftig dabei unterstützen, frühzeitig ein detailliertes Lagebild des Hauses zu erhalten, sodass Rettungsmaßnahmen schneller und effizienter eingeleitet werden können. In Paderborn wurde dies in einer ersten Übung der Feuerwehr simuliert.

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ geförderten Projekts IRiS arbeiten Partner aus der zivilen Gefahrenabwehr, der Forschung und der Smart Home-Branche gemeinsam an Fragestellungen zur Technik, Einsatztaktik, Akzeptanz und zum Datenschutz. IRiS ist im Oktober 2017 gestartet und hat eine Laufzeit von drei Jahren mit einem Gesamtprojektvolumen von 800.000 Euro.

Smarte Einsatztaktiken möglich

Während der Projektlaufzeit sollen verschiedene vernetzte Geräte, etwa Rauch- und Bewegungsmelder, untersucht werden, um Erkenntnisse über positive Einflüsse auf die Einsatztaktik zu gewinnen. Darauf aufbauend wird ein integriertes Konzept erarbeitet, das sowohl der Leitstelle als auch den anrückenden Einheiten effizienteres Handeln auf Basis der Smart Home-Informationen und -Funktionen ermöglicht. Von der Branddetektion über die Alarmierung und Anfahrt bis zur Einsatzbewältigung werden neue Einsatzmöglichkeiten untersucht. Dazu zählen beispielsweise die automatische Generierung eines Gebäudegrundrisses mit Statusinformationen aus dem Smart Home für die Einsatzkräfte oder die automatisierte Steuerung von Fenstern und Türen.

Die ersten Konzepte und Ergebnisse wurden am 27. Juni 2018 in Paderborn evaluiert. Nach einer kurzen Begrüßung durch Professor Dr.-Ing. Rainer Koch von der Universität Paderborn wurde die Übung zusammen mit der Feuerwehr und der Kreisleitstelle am Smart Home Paderborn durchgeführt. Das Ziel der ersten Übung im Projekt war es, Potentiale für die Nutzung und Anzeige von Sensoren eines Smart Home im Falle eines Wohnungsbrandes zu untersuchen.

Automatische Reaktionen erproben

Die Installation und Anbindung an das Smart Home wurde von der Firma Symcon realisiert. Durch ein IRiS-Modul sollen sich künftig auch bestehende Smart Homes sicherer machen lassen. Die Anzeige und Aggregation der Smart Home-Informationen setzte das Unternehmen Vomatec Innovation um. Im Anschluss an die Übung wurden Potentiale und offene Fragestellungen mit den Beiratsmitgliedern des Projekts, etwa Vertreter des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, und geladenen Gästen diskutiert. In weiteren Übungen sollen auch automatische Reaktionen des Smart Homes erprobt werden, sodass schützende Maßnahmen automatisiert ergriffen werden, wie etwa die gezielte Lenkung des Rauches, indem Fenster und Türen geöffnet oder geschlossen werden.

Das Thema „intelligente Rettung im Smart Home“ wird auch im Rahmen der Saftey Days 2019 an der Universität Paderborn aufgegriffen und erforscht. Vom 22. März bis zum 24. März 2019 werden hierzu Workshops und eine eigene Challenge zum Mitmachen angeboten.