Ideenwettbewerb prämiert Zweitmeinungsportal

Walther, Zeggel, Glawe
Wollen Medizinerwissen nach Russland exportieren: (v.l.n.r.) Professor Dr. Philipp Walther und Dr. Peter Zeggel von der Arztkonsultation ak GmbH und Minister Harry Glawe (Foto: arztkonsultation ak)

Im Projekt First.med entsteht ein Zweitmeinungsportal, das deutsche Mediziner mit Patienten und Ärzten aus dem Ausland vernetzt. Die Beratung erfolgt per Videosprechstunde und bei Bedarf mit Dolmetschern. Starten soll die Plattform Anfang 2021 in Russland.

International genießt die deutsche Medizin einen hervorragenden Ruf. Im Projekt First.med entsteht deshalb in den kommenden Monaten ein digitales Zweitmeinungsportal, das Fachärzte aus Mecklenburg-Vorpommern mit Patienten und Ärzten aus Ländern wie Russland verbindet. Ärztliche Beratungen und Fachkonsile erfolgen dabei per Videosprechstunde und werden von Dolmetschern begleitet.

Mit diesem Konzept konnte First.med jetzt neben fünf weiteren Projekten den Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2020 für sich entscheiden. Die Preisverleihung erfolgte kürzlich im phanTechnikum Wismar. Anstelle eines Preisgeldes haben die Betreiber nun die Chance auf eine 75-prozentige Förderung für das Projekt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Ausgelobt wurde der Wettbewerb vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern. 

Minister Harry Glawe hob hervor, die Gesundheitswirtschaft brauche kluge Ideen. „Die Umsetzung des Projektes First.med kann zu einer Stärkung des Marktzugangs von Produkten und Dienstleistungen aus Mecklenburg-Vorpommern in den internationalen Markt beitragen“, so Glawe.

Die Idee, eine Plattform für digitalen Gesundheitstourismus zu schaffen, stammt von der Arztkonsultation ak GmbH aus Schwerin. Die Videosprechstunde des Unternehmens kommt unter dem Namen arztkonsultation.de bereits in Projekten innerhalb der deutschen Gesundheitsversorgung zum Einsatz, bisher aber noch nicht im Ausland.

Brücke zwischen Mecklenburg-Vorpommern und dem fernen Osten

Geschäftsführer Dr. Peter Zeggel erklärt das Ziel des Projekts: „Mit First.med wollen wir ein Stück des Potenzials, das in Mecklenburg-Vorpommern schlummert, freisetzen. Dazu schlagen wir eine digitale Brücke zwischen der hervorragenden Spitzenmedizin in Mecklenburg-Vorpommern und neuen Kundenkreisen im fernen Osten. Indem wir unsere Kompetenzen international gewinnbringend vermarkten, schaffen wir neue Arbeitsplätze und neue wirtschaftliche Chancen hier in der Region.“

Mehrere Mediziner aus Mecklenburg-Vorpommern haben bereits Interesse signalisiert, über die Plattform Beratungen anzubieten. Auch Nachfragen möglicher Kunden, Kooperationspartner und Kliniken in Russland liegen vor.

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