Gesundheitswesen liegt bei KI-Einsatz zurück

Ärztin in futuristischer KI-Umgebung
Ärztin in futuristischer KI-Umgebung: Bleiben Arbeitgeber konkurrenzfähig, wenn sie keine Anwendungen mit KI einsetzen? (Foto: © Olegdudko/123rf.com)

Eine neue Studie beleuchtet, in welchen Branchen der Einsatz von Künstliche Intelligenz-Technologien bereits weit verbreitet ist und wo die größten Bedenken seitens der Mitarbeiter bestehen.

Im Gesundheitswesen fürchten die Mitarbeiter aufgrund der von Ihnen geforderten Fähigkeiten kaum, dass sie durch den vermehrten Einsatz von Künstliche Intelligenz-Technologien in den nächsten zehn Jahren ihren Job verlieren. Konkret gehen nur sieben Prozent der Beschäftigten davon aus, dass KI ihren Arbeitsplatz in den nächsten 10 Jahren gefährden oder gar einnehmen wird.

Allerdings äußern sich die Mitarbeiter im Gesundheitswesen dabei größtenteils zu einer rein theoretischen Annahme, denn in den Bereichen Bildung (Anteil: 4 %) und Gesundheitswesen (Anteil: 5 %) werden KI-Technologien bisher kaum eingesetzt. Über 65 Prozent der Mitarbeiter in diesen Branchen sind der Meinung, dass ihre Arbeitgeber konkurrenzfähig bleiben, auch wenn sie keine Anwendungen mit KI oder Bots einsetzen.

In anderen Branchen herrscht indes Bewegung und bisweilen Unruhe: So arbeiten der Umfrage zufolge heute ein Drittel der Mitarbeiter im Personalwesen mit KI-basierten Lösungen. Gemeinsam mit dem Marketing ist das Personalwesen der Bereich, in dem KI bereits am häufigsten eingesetzt wird. Gleichzeitig gehen 70 Prozent der Mitarbeiter im Human Ressources-Bereich davon aus, dass sie die Fähigkeiten besitzen, um mit KI-Anwendungen arbeiten zu können.

Angst vor Arbeitsplatzabbau

Arbeitnehmer in der Gastronomie (38 Prozent), im Bereich Human Resources (35 Prozent) und in der Fertigung (34 Prozent) stehen neuen Technologien wie der künstlichen Intelligenz (KI) insgesamt kritisch gegenüber: Im Vergleich zu den anderen Berufsgruppen fürchten sie deutlich häufiger den Abbau von Arbeitsplätzen und den Wegfall einfacher Tätigkeiten. Die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland – nämlich 80 Prozent – sehen ihre Arbeitsplätze dagegen durch KI nicht gefährdet.

An der vom Unternehmen Genesys beauftragen Online-Studie nahmen in Deutschland im April 2019 insgesamt 801 Erwachsene teil. Die Befragten wurden gleichmäßig in drei Altersgruppen eingeteilt: 18-38, 39-54, 55-57 Jahre. 46 Prozent der Teilnehmer waren Frauen, 54 Prozent Männer. Etwas mehr als 78 Prozent der Befragten gaben an, Vollzeit zu arbeiten, 22 Prozent Teilzeit. Die Teilnehmer gehörten Unternehmen sieben unterschiedlicher Größen an; insgesamt arbeiteten 24 Prozent der Teilnehmer in Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern.

„Mehr Produktivität und einem attraktiveren Arbeitsumfeld“

„Obwohl KI fest am Arbeitsplatz angekommen ist, bedeutet das nicht, dass Menschen nicht mehr benötigt werden. Allerdings werden sich einige Arbeitsplätze sehr verändern“, meint Genesys-Deutschlandchef Heinrich Welter. „Zwar stehen für 80 Prozent der deutschen Mitarbeiter die Vorteile von KI & Co. im Vordergrund, dennoch sehen viele ihre Branche auch vor großen Umbrüchen. Daher muss jedes Unternehmen, das KI einführen möchte, sicherstellen, dass Mensch und Technik zusammenarbeiten. Strategisch und im Einklang mit den Interessen der Belegschaft eingesetzt, führt KI zu mehr Produktivität und einem attraktiveren Arbeitsumfeld.“ Genesys ist ein US-amerikanisches IT-Unternehmen, das Customer-Experience- und Contact-Center-Lösungen an mittelgroße und große Unternehmen liefert. Der Software-Spezialist hat seinen Hauptsitz in Dale City (Kalifornien) und erwirtschaftet rund zwei Milliarden US-Dollar Jahresumsatz.