Fachmesse Medica gestartet

Mann nutzt Cardio-App mit Smartphone
Apps und Wearables für alle Lebenslagen: Fachmesse Medica beginnt am 14. November 2016. (Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Ab sofort (Laufzeit: 14. – 17.11.2016) trifft sich in Düsseldorf wieder die Gesundheitswirtschaft auf der weltweit führenden Medizinmesse Medica 2016. Erstmals sind mehr als 5.000 Aussteller aus 70 Nationen vor Ort.

Zahlreiche der Neuheiten, die in der NRW-Landeshauptstadt gezeigt werden, betreffen die unaufhaltsame Digitalisierung des Gesundheitswesens – und hierbei sowohl den ambulanten, wie den klinischen Bereich. Viele Neuerungen richten sich gleichermaßen an Arzt und Patient.

Die digitale Zukunft im Gesundheitsbereich ist auch das Hauptthema vieler Vorträge und Präsentationen etwa beim Medica Connected Healthcare Forum (einschließlich des Wettbewerbs mit „Medica App Competition“) oder dem Medica Health IT Forum (jeweils in Messehalle 15).

Insbesondere Wearables und Smartphones in Kombination mit speziellen Health-Apps, die auch durch Patienten selbst angewendet werden können, haben das Potenzial künftig zum Bestandteil der vernetzten Gesundheit zu werden. Zahlreich waren dazu schon die bei der Medica im vergangenen Jahr vorgestellten Neuheiten. Unzählige weitere Mobile Health-Anwendungen sind derzeit in der Entwicklung. Dabei dreht sich vieles um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Therapie-Fernüberwachung. Denn hier kann bezogen auf die Patientenzahlen künftig von einem besonders hohen Anwenderpotenzial ausgegangen werden.

Erkenntnisse durch Big Data

Im Fokus des Interesses steht weiterhin auch die Big Data-Thematik. Im Kern geht es um die Zusammenführung und Auswertung enorm vieler Patientendaten, so dass daraus Erkenntnisgewinne gezogen werden können hinsichtlich der Entstehung und der wirkungsvollen Therapie bestimmter Krankheiten. Und auch die Künstliche Intelligenz hält Einzug in den Medizinbereich. Die Fraunhofer-Gesellschaft wird bei der Medica einen Roboter präsentieren, der besondere Feinfühligkeit „erlernt“ hat und auf dieser Basis geeignet ist, Nadeln für Biopsien hochpräzise zu platzieren (mednic.de berichtete).

Mit den Chancen und Folgen der Digitalisierung des Gesundheitswesens wird sich auch das Medica Econ Forum beschäftigen. Das gemeinsam von der Techniker Krankenkasse (TK) und der Messe Düsseldorf organisierte Forum (in Halle 15) hat sich als Plattform für den gesundheitspolitischen Dialog fest etabliert. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wird an der Eröffnung des Forums am 14. November 2016 teilnehmen. Im Anschluss widmen sich Blogger Sascha Lobo und Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK der digitalen Zukunft im Gesundheitswesen. Die gesundheitspolitischen Sprecher der drei größten Bundestagsfraktionen sprechen danach über ihre Vorhaben nach der Bundestagswahl 2017.

Messehalle in Düsseldorf mit zahlreichen Besuchern
Mehr als 5.000 Aussteller und 130.000 Fachbesucher werden zur medica 2016 erwartet. (Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Medizintechnische Neuheiten

Nicht nur Bits & Bytes bewegen die Gesundheitswirtschaft. Auch die Medizintechnik hat spannende Neuerungen zu bieten. Aktuell sind vor allem Innovationen für die chirurgischen Abläufe prägnant. Bei modernen OP-Verfahren ist „integriertes“ Vorgehen angesagt. Daten aus der bildgebenden Diagnostik fließen mit ein in die Steuerung chirurgischer Assistenzsysteme. Sie können mitunter sogar intraoperativ durch im OP vorhandene Bildgebungssysteme zusätzlich generiert werden, so dass der Eingriff präzise und schonend erfolgen kann. Hier stehen vor allem Fortschritte auf dem Gebiet der Endoskopie und der Instrumente für die minimalinvasive Chirurgie für großen Nutzen.

Derzeit hält die dritte Dimension verstärkt Einzug in die OP-Säle. Bei so genannten 3-D-Laparoskopiesystemen befinden sich am Ende des Endoskops zwei exakt aufeinander ausgerichtete Bildsensoren, die dem Operateur ein naturgetreues endoskopisches 3-D-Bild während des minimalinvasiven Eingriffs liefern. Damit sinkt auch das Risiko, dass krankheitsbedingt veränderte Gewebepartien übersehen werden.

Foren und Konferenzen 

Solche wesentlichen Medizintechnik-Trends werden bei der Medica nicht nur durch die Neuheiten der Aussteller thematisiert, sie spiegeln sich auch in den Programmen der begleitenden Konferenzen. Hierzu zählen beispielsweise die Medica Medicine & Sports Conference, die u. a. den Einsatz körpernah eingesetzter Applikationen und Wearables für das Vital-Monitoring aufgreift. Die sechsfache Paralympic-Siegerin Andrea Eskau wird hier als prominenter Gast erwartet. Von den vier Konferenztagen steht jeder einzelne unter einem thematischen Schwerpunkt. Dabei bilden „Neue operative Techniken in der Chirurgie“ u. a. mit Innovationen auf dem Gebiet 3-D-Laparoskopie den Auftakt.

An den weiteren Tagen widmet sich die Medica Education Conference „Bildgebung und interventionellen Verfahren“ (z. B. Magnetresonanztomografie und Sonografie), „Zukunftstechnologien für die Innere Medizin“ (z. B. Fernmonitoring bei chronischen Erkrankungen) sowie am letzten Veranstaltungstag der „Diagnostik in der Inneren Medizin, Labormedizin, Toxikologie und Hygiene“.

Deutscher Krankenhaustag

In Bezug auf das Begleitprogramm der Medica werden ferner der 39. Deutsche Krankenhaustag als Leitveranstaltung für das Management deutscher Kliniken, die internationale DiMiMED Konferenz für Spezialisten aus der Bereich der Wehr- und Katastrophenmedizin sowie die Medica Physio Conference eine enge inhaltliche Verknüpfung zu den Themen der Fachmesse realisieren.

Medizinischer Messe-Allrounder

Nach Hallen strukturierte Schwerpunkte der Medica-Fachmesse sind: Elektromedizin/ Medizintechnik (mehr als 2.500 Aussteller), Labortechnik/ Diagnostika, Physiotherapie/ Orthopädietechnik, Bedarfs- und Verbrauchsartikel, Informations- und Kommunikationstechnik, medizinisches Mobiliar sowie spezielle Raumeinrichtung für Kliniken und Praxen.

Parallel zur Medica findet in den Hallen 8a und 8b in diesem Jahr mit knapp 800 Ausstellern bereits zum 25. Mal die COMPAMED als international führende Fachmesse für die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie statt. Beide Veranstaltungen belegen zusammen das komplette Düsseldorfer Messegelände (19 Hallen). Im Vorjahr kamen insgesamt 130.000 Fachbesucher aus rund 120 Nationen.

U-Bahn mit Messebesuchern
Für die Anreise zur Messe medica empfiehlt sich die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Ab Düsseldorf Hauptbahnhof pendelt im Abstand weniger Minuten die U-Bahnlinie U78 zum Messegelände. (Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Tickets besser vorab kaufen

Der Besuch beider Veranstaltungen ist mit nur einem Ticket möglich. Vorab online erworbene Messetickets sind dabei wesentlich preisgünstiger als vor Ort gekaufte Eintrittskarten. Ein Online-Tagesticket kostet 20 Euro, an der Messe selbst jedoch 60 Euro.

Info zur Anreise
Die medica-Eintrittskarte (eTicket) berechtigt zur kostenlosen An- und Abreise zum / vom Düsseldorfer Messegelände mit dem Düsseldorfer Verkehrsbetrieb Rheinbahn im Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR, 2. Klasse, in zuschlagfreien Zügen in der Preisstufe D) und des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS, 2. Klasse, in zuschlagfreien Zügen).