Erstes elektrisches Exoskelett ist TÜV-geprüft

Roboterhand
Roboterhand: KI-basiertes Exoskelett von unabhängiger Seite auf Konformität mit den technischen Sicherheitsanforderungen geprüft (Foto: koya79/123rf.com)

Der TÜV Süd hat erstmals ein Prüfzeichen für ein elektrisches Exoskelett vergeben. Das Modell Cray X des Augsburger Robotikherstellers German Bionic erhielt das Zertifikat „TÜV Süd Safety Tested“.

Vergeben wurde das Zertifikat auf Grundlage der DIN EN ISO 13482. Es bestätigt die Einhaltung der grundlegenden technischen Sicherheitsanforderungen des KI-basierten aktiven Exoskeletts. Ziel ist es, damit die Marktakzeptanz des Produkts zu erhöhen.

Exo- bzw. Außenskelette sind Vorrichtungen, die die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit des menschlichen Bewegungsapparates durch mechanische und elektronische Komponenten unterstützen. Für die Gesundheit ihrer Nutzer haben diese Produkte eine hohe Bedeutung. 

Ebenso hoch sind die Anforderungen an ihre Qualität und Stabilität. Im Juli 2022 hat der TÜV Süd erstmals ein elektrisches Exoskelett zertifiziert: Das Modell „Cray X“ des Augsburger Herstellers German Bionic erhielt das Prüfzeichen „TÜV Süd Safety Tested“. Dieses freiwillige Zertifikat belegt, dass das KI-basierte aktive Exoskelett von unabhängiger dritter Seite auf Konformität mit den grundlegenden technischen Sicherheitsanforderungen geprüft und zertifiziert wurde.

Extraportion Kraft

Exoskelette können in unterschiedlichen Lebenslagen unterstützen. Sie sorgen für eine Entlastung des natürlichen Skeletts bei starker Beanspruchung, etwa beim Heben und Tragen von Lasten. Damit mindern sie die negativen Auswirkungen schwerer körperlicher Arbeit. Rechtsgrundlage für die Prüfung des ersten roboterbetriebenen Außenskeletts war die DIN EN ISO 13482, eine Typ-C-Norm aus dem Jahr 2014. Gemäß dieser Norm gehört das Exoskelett Cray X von German Bionic zur Klasse der bewegungsunterstützenden Roboter.

Das Cray X der fünften Generation, das vor allem an manuellen Arbeitsplätzen in der Logistik zum Einsatz kommt, entlastet zwei Körperregionen: sowohl den unteren Rücken durch eine Unterstützung von 30 Kilogramm pro Hebevorgang als auch die Beine durch eine aktive Laufunterstützung. Für Letzteres beispielsweise übernimmt es die kooperative Steuerung der Oberschenkel eines Benutzers, um ein komfortables Gehen zu ermöglichen. Dazu verringert es die Belastung von Bein, Hüfte, Knie und Fußgelenk beim Stehen oder Gehen, indem es einen Teil des Körpergewichts des Benutzers trägt. Die jeweilige körperliche Unterstützung beim Heben oder Gehen wird durch direkte Interaktion und Befestigungsvorrichtungen an der Person ermöglicht, etwa durch Gurte oder Klemmen. Die einzelnen Teile des Exoskeletts werden dabei am Körper befestigt. Eine künstliche Intelligenz analysiert die Bewegungen der Nutzer und steuert das Außenskelett elektronisch, um an den richtigen Stellen Kraft zu steigern oder Stabilität zu geben.