Erster Defibrillator für unterwegs

Transportabler Defibrillator "PocketDefi"
Transportabler Defibrillator "PocketDefi": Die Hälfte aller betroffenen Patienten könnte überleben. (Foto: Liimtec)

Das Medizintechnik-Startup Liimtec entwickelt den ersten Defibrillator zum Mitnehmen. Das Angebot richtet sich an Ärzte, Sanitäter, Bergretter und Angehörige von Risikopatienten.

Jährlich sterben weltweit 17 Millionen Menschen an plötzlichem Herztod. Die Hälfte davon könnte mit frühzeitiger Defibrillation überleben. Doch ein stationär aufbewahrter Defibrillator ist längst nicht überall vorhanden und bis der gerufene Rettungsdienst eintrifft, vergeht wertvolle Zeit.

Aus diesem Grund hat es sich das junge Technologie-Startup Liimtec aus Graz (Österreich) zur Aufgabe gemacht, eine handliche Lösung zu entwickeln. Gründer Jasper Ettema kam vor rund 18 Monaten durch den Besuch einer Erste Hilfe-Schulung auf die Idee und arbeitet seitdem mit einem Team von mittlerweile zehn Mitarbeitern aus den Bereichen Medizintechnik, Hardware- und Software- Entwicklung an dem Projekt.

Der PocketDefi ist mit einer Größe von etwa 5 mal 8 mal 10 Zentimetern rund 75 Prozent kleiner als herkömmliche Defibrillatoren und weist gerade einmal ein Gewicht von 400 Gramm auf. Ob im Rucksack, in der Handtasche, im Handschuhfach des Autos oder in der Fahrradtasche: Durch das kompakte Format ist der PocketDefi gerade für unterwegs geeignet und überall schnell zur Stelle. Auf Reisen, bei der Bergtour, am Strand und bei Autofahrten ist er ein wertvoller Begleiter und kann im Notfall Leben retten.

Smarter Ersthelfer

Der PocketDefi wird als Medizinprodukt zugelassen und erfüllt somit alle geforderten Normen für Defibrillatoren. Dabei ist er mit wenigen Handgriffen für jedermann einsatzbereit. Über eine Sprachansage wird genau erklärt, was wann zu tun ist und ob ein Elektroschock überhaupt empfohlen wird. Der PocketDefi ist der erste seiner Art, der sich mit dem Smartphone verbinden lässt. Damit werden Wartung und Instandhaltung des Geräts vereinfacht. So werden bespielsweise Software-Updates über das Smartphone auf das Gerät geladen.

Team des jungen Technologie-Startups Liimtec
Team des jungen Technologie-Startups Liimtec aus Graz (Foto: Liimitec)

Über eine App lassen sich zudem multimediale Inhalte rund um das Thema Erste Hilfe abrufen. Auch eine Ortung des Gerätes wird über die Position des zugehörigen Smartphones möglich sein. So kann ohne Zeitverlust, auch von Hilfesuchenden, die keinen PocketDefi bei sich tragen, der Lebensretter gefunden oder herbeigerufen werden.

Vorbestellung ab Oktober 2017

Ab dem 3. Oktober 2017 geht es los mit dem PocketDefi: Mittels der Crowdselling-Aktion über die internationale Plattform Indiegogo lässt sich der neue Defibrillator im Taschenformat vorbestellen. Er ist durch den Preis von 699 Euro weitaus günstiger als die gängigen, großen Geräte. Ausgeliefert wird er ab Dezember 2018, vorausgesetzt, dass die Kampagne auf Indiegogo die für die Zulassung benötigten finanziellen Mittel erzielt. Die ersten Interessenten können einen Preisvorteil von über 40 Prozent nutzen und zahlen für das Einführunsgpaket mit einem Basisgerät, einem Set Elektroden und einer Ladeplatte sowie der App ab 399 Euro.