ePA kommt künftig automatisch

Arztpraxis-Rezeption
Arztpraxis-Rezeption: Arztbriefe und Befunde nicht mehr in Papierform (Foto: belchonock/123rf.com)

Die elektronische Patientenakte (ePA) soll künftig für alle Versicherten automatisch eingerichtet werden. Wer das nicht möchte, kann aktiv widersprechen (das entspricht dem „Opt-out-Prinzip“).

Noch in dieser Legislaturperiode soll die Opt-out-Lösung funktionieren. Das hat die Gematik-Gesellschafterversammlung jetzt entschieden. Im Vorfeld soll die Gematik vier wichtige Opt-out-Dimensionen prüfen: die Bereitstellung der Akte, der Zugriff auf die ePA, ihre Befüllung und die pseudonymisierte Datenweitergabe zu Forschungszwecken. Ferner wurde beschlossen, dass auch der elektronische Medikationsplan (eMP) sowie die elektronische Patientenkurzakte (ePKA) Teile der ePA werden sollen.

Opt-out-ePA könnte Gesundheitsversorgung vereinfachen

Aus Sicht der Gematik stellt die Gesellschafterentscheidung eine Weichenstellung dar. Künftig könne das Potenzial der elektronischen Patientenakte voll ausgeschöpft werden. Die Opt-out-ePA bündele relevante Gesundheitsdaten von allen Versicherten sicher und stärke damit die Patientensicherheit. Sämtliche an einer Behandlung beteiligte Leistungserbringer bekämen schnell und effizient einen Überblick über die Krankengeschichte. Medikationsprozesse könnten besser begleitet und Doppeldiagnosen vermieden werden. Auch die Kommunikation zwischen Ärzten soll sich verbessern: Arztbriefe und Befunde müssten nicht mehr in Papierform per Fax oder Post versendet werden. Diagnosen und Dokumente anderer FachkollegInnen könnten vielmehr direkt nach der Untersuchung abgelegt werden und seien sofort einsehbar.

Aktuelle ePA kann weiter genutzt werden

Im Vergleich zur künftigen Opt-out-Lösung müssen sich Versicherte zurzeit bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse für eine ePA registrieren, um eine elektronische Patientenakte angelegt zu bekommen. Dieser Prozess soll im Rahmen der Opt-out-Lösung deutlich vereinfacht werden. Die aktuelle Version der ePA kann indes weiter genutzt werden und wird in den kommenden Monaten fortentwickelt. Wer bereits jetzt eine elektronische Patientenakte besitzt oder plant, sich eine einzurichten, wird später seine Daten auch in der Opt-out-Variante nutzen können.

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